Giftschlange Kobra in Herne entwischt - Feuerwehr legt Mehl und Klebeband aus

Vier Häuser wurden geräumt, Nachbarn sollen Klimaanlagen ausschalten: Die Feuerwehr in Herne jagt eine Kobra. Dabei setzen die Hilfskräfte auf ungewöhnliche Utensilien.

Einsatzort in Herne: Schlange bitte auf keinen Fall anfassen
Daniel Knopp/ DPA

Einsatzort in Herne: Schlange bitte auf keinen Fall anfassen


Das Ruhrgebiet ist nicht unbedingt für seine giftigen Reptilien bekannt. Allerdings macht die Stadt Herne an diesem Sonntag eine Ausnahme. Dort ist einem Tierhalter eine Kobra abhandengekommen - und sorgt nun im Umkreis für Aufregung.

Wegen der entwischten Schlange sind in der nordrhein-westfälischen Stadt vier Häuser vorsorglich evakuiert worden. Die Schlange dürfe nicht angefasst werden, warnte die Stadt am Sonntagabend. Wer sie sehe, solle den Notruf wählen.

Die 30 Bewohner der geräumten Häuser kamen bei Freunden und Verwandten sowie in einer städtischen Notunterkunft unter. In den betroffenen Räumen sei Mehl ausgelegt worden, sagte ein Stadtsprecher. Das Ziel ist den Angaben zufolge, dass die Schlange dort Spuren hinterlässt und so gefunden wird. Außerdem wurde doppelseitiges Klebeband auf dem Boden angebracht, in der Hoffnung, dass die Kobra dort kleben bleibt.

Das Tier war am Sonntagnachmittag entwischt und wurde dann im Hausflur gesehen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Schlange sich mittlerweile außerhalb des Gebäudes aufhalte, hieß es. In einem Radius von 500 Metern um das Haus sei deshalb besondere Vorsicht geboten.

Ähnlicher Fall in Norddeutschland ging glimpflich aus

Türen und Fenster sollten geschlossen bleiben, so die Ansage der Stadtverwaltung. Über Twitter warnte auch die Feuerwehr Herne vor der giftigen Schlange. Lüftungs- und Klimaanlagen sollten abgeschaltet werden.

Dass exotische Tiere abhandenkommen, passiert in Deutschland gerade in den Sommermonaten immer wieder. So suchte die Polizei in Tornesch im Kreis Pinneberg Anfang August nach einem Tigerpython, der aus einem Freigehege in einem Garten ausgebüxt war. Von dem Tier ging der Polizei zufolge - anders als nun in Herne - aber keine Gefahr aus. Die Schlange komme mehrere Monate ohne Nahrung aus. Sie sei friedlich und nicht aggressiv. Wenige Tage später entdeckten die Besitzer das Reptil auf einem Nachbargrundstück.

jok/dpa



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