Hirsch mit Pfeil im Kopf Is' was?

Neun Tage lang irrte ein Hirsch mit einem Pfeil durch den Kopf in einem Waldstück in New Jersey umher. In einer dramatischen Rettungsaktion konnte das Tier befreit werden - und hört jetzt auf den Namen "Steve Martin".

AP/ New Jersey Department of Environmental Protection

New Jersey - Auf einen ersten, flüchtigen Blick sieht der junge Hirsch gesund und munter aus. Er hat glänzendes braunes Fell und ist gut genährt. Doch als Susan Darrah das Tier auf ihrem Grundstück entdeckt, erschrickt sie: Ein langer Pfeil steckt im Kopf des Tieres, quer durch Kiefer und Gaumen muss der Gegenstand geschossen worden sein, die Pfeilspitze ragt zwischen Auge und Nasenbein heraus. Darrah macht ein Foto, doch dann ist das Wildtier plötzlich verschwunden. Neun Tage vergehen.

In der Zwischenzeit macht das verletzte Tier international Schlagzeilen: Das Foto, das Darrah gemacht hatte, geht durch die Medien. Freunde aus Kenia und den Niederlanden melden sich bei Darrah, auch bei ihnen sei über den Hirsch berichtet worden, schreiben sie der "Daily News" zufolge. Doch von dem Tier fehlte weiter jede Spur.

Bis schließlich Spezialisten anrücken. Wildtier-Experten spüren das Tier mit dem Pfeil im Kopf am Sonntag endlich auf und versetzen ihm einen zweiten Pfeil, diesmal mit einem Betäubungsmittel. Anschließend kann die Pfeilspitze abgetrennt und der Gegenstand aus dem Kopf gezogen werden. "Ich bin heute der glücklichste Mensch auf dem Planeten", sagte Darrah der "Daily News" zufolge nach der geglückten Rettungsaktion.

Bevor der Hirsch wieder in die Freiheit entlassen wurde, bekam er noch eine lilafarbene Markierung verpasst - damit Darrah ihren Schützling in Zukunft auch wiedererkennen kann. Violett ist ihre Lieblingsfarbe. Das Tier hat inzwischen auch einen Namen: "Steve Martin". Pate dafür stand der US-Komiker, der bei einem Sketch bei "Saturday Night Live" ebenfalls mit einem - gefakten - Pfeil im Kopf auftrat.

Erst vor wenigen Wochen war in Neuseeland einer Katze ebenfalls ein Pfeil in den Kopf geschossen worden. Auch "Moo Moo" überlebte die Attacke und konnte gerettet werden. "Er hat sehr, sehr viel Glück gehabt", sagte Tierarzt Jonathan Bray. Wer auf den Kater geschossen hatte, ist nicht bekannt.

Auch in New Jersey wird noch nach dem Schützen gesucht. Die Wildtier-Experten gehen aber von einem "Blindgänger" aus. "So etwas würde niemand absichtlich machen", sagt auch Darrah. Auf ihrem Grundstück beobachtet sie weiterhin die Wildtiere - nur "Steve Martin" sei noch nicht wieder vorbeigekommen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels ist das verletzte Tier als Reh bezeichnet worden. Das ist nicht korrekt. Es handelt sich um einen nordamerikanischen Weißwedelhirsch. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Mehr zum Thema


insgesamt 41 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Pless1 11.11.2013
1. Ein Reh in New Jersey?
Zitat von sysopAPNeun Tage lang irrte ein Reh mit einem Pfeil durch den Kopf in einem Waldstück in New Jersey umher. In einer dramatischen Rettungsaktion konnte es befreit werden - und hört jetzt auf den Namen "Steve Martin". http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/reh-irrt-tagelang-mit-pfeil-im-kopf-durch-wald-in-new-jersey-a-932910.html
Auch ohne den Pfeil wäre das schon fast eine Meldung wert. In New Jersey gibt es nämlich gar keine Rehe. Ich würde einmal vermuten, dass es sich bei dem Tier um einen Weißwedelhirsch handelt.
anders-artig 11.11.2013
2.
Ich finde diese Bilder furchtbar. Ich bin selber Bogenschütze und auf speziellen Parcours (zB. im Wald) unterwegs (Stichwort "3d-Bogenschiessen), aber wir schiessen nur auf Tiernachbildungen aus Schaumstoff. Auf Lebewesen würde ich niemals schiessen! Solche Bilder bringen unseren schönen Sport nur in Verruf! Ich hoffe, dass wir niemals solche Bilder aus Deutschland sehen werden. Übrigens: Die Behauptung im Artikel das es wohl nur ein Versehen gewesen sei, dass das Tier getroffen wurde kann ich kaum glauben. Die verwendete Spitze ist eine s.g. Jagdspitze/-klinge. Diese wird nur zur Tierjagd verwendet. Der Schütze wolle also das Tie erlegen - hat aber schlecht gezielt/getroffen. Übringens ist die Bogenjagd in Deutschland verboten. Zu Recht wie ich finde.
KaraMer 11.11.2013
3.
Ich würde mal vermuten, dass das eine Fotomontage ist.
dr.u. 11.11.2013
4. Egal
Zitat von Pless1Auch ohne den Pfeil wäre das schon fast eine Meldung wert. In New Jersey gibt es nämlich gar keine Rehe. Ich würde einmal vermuten, dass es sich bei dem Tier um einen Weißwedelhirsch handelt.
Reh, Hirsch, Wapiti; dass das Leser nicht auseinanderhalten könne ist noch verzeihlich, dass Journalisten (Journalismus kann man studieren, oder?) einfach nur abschreiben oder falsch übersetzen ist dagegen zunehmend ärgerlicher. Qualitätsjournalismus im Zeichen völlliger Ahnungslosigkeit! Aber egal. Es gibt genug Menschen, die Bambi für ein Reh halten und glauben, wenn ein Reh lange genug wächst, wird ein Hirsch daraus...
itsunami69 11.11.2013
5. Ein Bild (Foto),
Montage oder nicht, das das Ausgeliefertsein der Natur gegenüber dem Menschen aufs Trefflichste verkörpert. Es ist so traurig, einfach nur zum Weinen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.