Hitzewellen Sozialverband fordert mehr Schutz für Obdachlose bei hohen Temperaturen

Hitzewellen können für Obdachlose lebensgefährlich sein. Der Paritätische Wohlfahrtsverband verlangt von den Kommunen daher mehr »Hilfsangebote, vergleichbar mit denen der Kältehilfe im Winter«.
Aufenthaltsraum in der Notunterkunft der Hitzehilfe für wohnungs- und obdachlose Menschen in Berlin-Schöneberg: Wasser und Sonnencreme

Aufenthaltsraum in der Notunterkunft der Hitzehilfe für wohnungs- und obdachlose Menschen in Berlin-Schöneberg: Wasser und Sonnencreme

Foto: Monika Skolimowska / dpa

30 Grad Celsius und mehr: Auch in den kommenden Tagen sind wieder hohe Temperaturen in Deutschland vorhergesagt – ein Problem für viele Obdachlose. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hält die Hilfsangebote für sie in den Städten im Sommer für unzureichend. Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider fordert mehr Unterstützung durch die Kommunen.

»Die Gefahr durch Hitze wird noch viel zu wenig wahrgenommen. Hier braucht es dringend unbürokratische Hilfsangebote, vergleichbar mit denen der Kältehilfe im Winter«, sagte Schneider der »Rheinischen Post«. Für Obdachlose sei Hitze genauso lebensgefährlich wie Kälte. Asphalt und Beton in den Städten heizten sich über den Tag massiv auf, so Schneider. Die Folge für die Obdachlosen seien Verbrennungen, Kreislaufprobleme und Dehydrierung.

»Gesundheitlich hochbelastete Gruppe«

Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) spricht sich für eine organisierte Hitzehilfe für Obdachlose nach dem Vorbild der Kältehilfe aus. »Durch häufige Vorerkrankungen gehören obdachlose Menschen zu einer gesundheitlich hochbelasteten Gruppe«, sagte die stellvertretende BAGW-Geschäftsführerin Sabine Bösing der »Rheinischen Post«.

Obdachlose bräuchten Unterkünfte, die zum Aufenthalt in heißen Stunden geeignet seien und die den wohnungslosen Menschen den ganzen Tag zur Verfügung stünden. Auch Parks, Bahnhöfe und öffentliche Gebäude könnten den Wohnungslosen Schatten und Abkühlung bieten, so Bösing. Deshalb dürften Obdachlose dort auch nicht von Ordnungskräften vertrieben werden.

Zudem forderte Bösing einen Zugang zu Hygienemöglichkeiten und eine sichere Wasserversorgung, zum Beispiel durch öffentliche Trinkwasserbrunnen.

Zahlen dazu, ob in heißen Sommermonaten mehr Obdachlose sterben, gibt es nicht. Sicher ist aber: Bei hohen Temperaturen steigt die Zahl der Hitzetoten insgesamt.

In einigen Städten, etwa Berlin, gibt es Hilfsangebote für Obdachlose. Dort betreibt der Internationale Bund (IB) eine Notunterkunft als Rückzugsort an heißen Sommertagen .

wit/dpa
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