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Hochwasser in England: "Es wird schlimmer, bevor es besser wird"

Foto: LUKE MACGREGOR/ REUTERS

Hochwasser Südwesten Großbritanniens wird zur Lagunenlandschaft

Der Regen in England hört nicht auf, auch für die nächsten Tage sind Niederschläge vorhergesagt: Ganze Landstriche sind überflutet. Jetzt will Premier David Cameron durchgreifen: Er strich eine Nahostreise und sagt: "Geld spielt keine Rolle".

London - Nach schweren Regenfällen im Süden Englands sind etliche Dörfer und Ortschaften von den Fluten der Themse überschwemmt worden. Teile der Region um London glichen am Dienstag einer Lagunenlandschaft, mehr als tausend Wohnhäuser mussten evakuiert werden. Die steigenden Hochwasserpegel in Teilen Englands zwingen den britischen Premierminister David Cameron nach wochenlangen Problemen zum handeln. "Geld spielt keine Rolle", erklärte Cameron am Dienstag mit Blick auf die nötigen Rettungsmaßnahmen, nachdem er von den Überflutungen betroffene Gebiete besucht hatte. Genaue Zahlen nannte er nicht. Cameron sagte eine für kommende Woche geplante Reise in den Nahen Osten ab. "Nichts ist wichtiger, als mit diesem Hochwasser fertig zu werden."

Der Premier kündigte den Einsatz von mehr als 1600 Soldaten an, die die Rettungskräfte unterstützen sollen. Zudem rief er Versicherungen auf, schnell zu zahlen.

Teile Englands werden seit Wochen von heftigen Regengüssen heimgesucht, örtlich hat sich der Boden vollgesogen. Besonders betroffen war bislang die Grafschaft Somerset im Südwesten, entlang der Küste etwa in Cornwall verursachten Stürme Schäden an Bahnstrecken. Am Dienstag galten vor allem entlang der Themse in den Grafschaften Surrey und Berkshire Hochwasserwarnungen. Tausende Menschen mussten ihre Häuser zur Sicherheit verlassen. Der Straßen- und Bahnverkehr war eingeschränkt. Auch entlang der wichtigen Pendlerstrecke vom Westen Londons nach Reading legten die Wassermassen den Schienenverkehr lahm, Zehntausende Berufstätige saßen an den Bahnhöfen der Hauptstadt fest.

"Es könnte schlimmer werden, bevor es besser wird"

Nach Angaben des Wetterdienstes erlebt das Land derzeit den nassesten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen 1910. Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Monaten rund 5000 Häuser überflutet.

Für die kommenden Tagen sagen Meteorologen weiter Regen, Stürme und Schnee voraus. "Es könnte schlimmer werden, bevor es besser wird", sagte Cameron. Ein Sonderkomitee des Kabinetts soll sich um das Hochwasser kümmern.

Cameron erklärte, man werde aus den Schäden lernen. Zuletzt war immer wieder Kritik aufgekommen, in den vergangenen Jahren sei von Regierungsseite nicht genug für den Hochwasserschutz getan worden. "Wir werden dieses Hochwasser meistern und für die Zukunft ein widerstandsfähigeres Land bauen", sagte Cameron.

"Wir hatten den nassesten Jahresbeginn seit 250 Jahren", sagte Cameron bei einem Besuch im südwestlich gelegenen Dawlish, wo er eine von der Meeresbrandung unterspülte Bahnstrecke inspizierte. "Wir müssen anerkennen, dass es lange dauern wird, bis alles wieder im Normalzustand ist." Nach Angaben der Versicherungsbranche haben die Schadenersatzforderungen schon jetzt die Marke von 600 Millionen Euro überschritten.

mia/dpa/AFP
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