Hochzeit Onassis ordert tausend Flaschen Champagner

Ihre Hochzeit lassen sich Milliardenerbin Athina Onassis und ihr Verlobter Alvaro Alfonso de Miranda etwas kosten: Zu dem rauschenden Fest in São Paulo sind 750 Gäste geladen, die mit Luxuslimousinen chauffiert und Hunderten Litern Champagner hofiert werden.


São Paulo - Geladen hat das publikumsscheue Paar in ein Anwesen in São Paulos Nobelstadtteil Morumbi, das für umgerechnet rund 85.000 Euro umgebaut und dekoriert wurde, damit die Trauung der Enkelin des legendären griechischen Reeders Aristoteles Onassis auch standesgemäß gefeiert werden kann. Für die Gäste steht eine Flotte von 20 Audi-Limousinen mitsamt Chauffeuren bereit.

Onassis und de Miranda beim gemeinsamen Besuch eines Springreitturniers in São Paulo
REUTERS

Onassis und de Miranda beim gemeinsamen Besuch eines Springreitturniers in São Paulo

Die Köstlichkeiten fürs Hochzeitsbuffet wurden Gerüchten zufolge eigens in Frankreich ausgewählt, die Hochzeitstorte stammt von der berühmten brasilianischen Konditorin Isabelle Suplicy. Details allerdings werden streng geheim gehalten, sämtliche Lieferanten der Feier mussten sich zu Stillschweigen verpflichten. Überhaupt will das Paar seinen großen Tag abgeschirmt von Blitzlichtgewitter und Klatschreportern begehen. Die griechisch-orthodoxe Athina und der katholische Industriellen-Sohn "Doda" entschlossen sich zu einem ökumenischen Gottesdienst. Beide wünschten ausdrücklich keine Geschenke, stattdessen sollten die Hochzeitsgäste an soziale Einrichtungen spenden.

Die 20-jährige Braut ist die Alleinerbin des berühmten griechischen Reeders und gilt mit einem geschätzten Vermögen von rund drei Milliarden Dollar als eine der reichsten Frauen der Welt. Ihre Mutter Christina Onassis starb bereits 1988. Den Mann fürs Leben lernte Athina in Belgien kennen, wo sie bei einem Landsmann Dodas Reitunterricht nahm.

Der 32-jährige Bräutigam stammt aus einer einflussreichen Familie von Pharmaunternehmern und ist wie seine Braut leidenschaftlicher Reiter. Bei den Olympischen Spielen von Sydney hatte De Miranda eine Bronzemedaille im Mannschafts-Springreiten gewonnen. Aus einer früheren Beziehung hat er eine sechsjährige Tochter. Mit deren Mutter war er aber nicht verheiratet.

Anders als ganz Brasilien sind die Griechen kaum in Feierlaune. Die Athener Klatschzeitung "Espresso" warf der Enkelin des berühmten griechischen Reeders vor, ihre Wurzeln zu verleugnen. Grund der Aufregung waren die Einladungskarten, die Athina anstatt mit "Onassis" mit dem Namen ihres Vater "Roussel" unterschrieben hatte. Dass die 20-Jährige keine Beziehung mehr zu Heimat und Erbe ihres Großvaters hat, befand auch die Onassis-Stiftung im Sommer. Sie änderte ihre Satzung, um zu verhindern, dass die junge Frau nach ihrem 21. Geburtstag am 29. Januar 2006 das Amt der Stiftungspräsidentin und damit die andere Hälfte des Erbes übernehmen kann. Gegen diese Entscheidung allerdings will Athina vor Gericht streiten.

Uncas Fernández, AFP



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