Indianische Kultobjekte in Paris Hopi-Masken trotz US-Intervention unter dem Hammer

Selbst eine Bitte der US-Botschaft hatte keinen Erfolg: Trotz Protesten sollen in Paris wie geplant kostbare Masken zweier Indianerstämme versteigert werden. Für die Ureinwohner ist es ein schwerer Schlag.

Hopi-Indianer in Arizona (um 1960): Umstrittene Versteigerung
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Hopi-Indianer in Arizona (um 1960): Umstrittene Versteigerung


Paris - Kein Aufschub im Streit um den Verkauf wertvoller Hopi-Masken: Das in Paris ansässige Auktionshaus EVE hat eine Bitte der US-Botschaft abgelehnt, die Versteigerung der 25 Masken zu verschieben.

Den Indianern vom Stamme der Hopi sowie den San-Carlos-Apachen sollte die Möglichkeit gegeben werden, die Herkunft der Objekte zu prüfen, hieß es in der am Samstag schriftlich übermittelten Bitte. Die Stammesvertreter wollten herausfinden, ob sie die Masken gemäß einer Unesco-Konvention über den illegalen Handel mit Kulturgütern zurückfordern können. Die Organisation Survival International hatte versucht, die Versteigerung der Masken gerichtlich zu verhindern.

Das Auktionshaus argumentierte nun, dass die Hopi bereits die Möglichkeit gehabt hätten, ihre Argumente vor Gericht vorzutragen. Die Einwände seien aber von der Justiz zurückgewiesen worden. Außerdem habe es einen Briefwechsel mit den San-Carlos-Apachen gegeben. Jetzt soll die Auktion wie geplant um 14 Uhr stattfinden.

Die Masken, die von den Hopi "Katsinam" genannt werden, stellen Geister dar und werden bei religiösen Zeremonien und Tänzen getragen. Schon die Abbildung der Objekte ist laut Survival International für die Indianer eine Beleidigung ihrer Tradition.

Zwar könne die Auktion die Würde des Indianerstammes verletzen, hatten Vertreter des Auktionshauses vor Gericht zugegeben. Diese "moralische und philosophische Betrachtung" rechtfertige aber keine einstweilige Verfügung gegen die in Frankreich nicht verbotene Versteigerung der Masken, erklärte das Gericht. In den Vereinigten Staaten ist der Verkauf indianischer Kultobjekte verboten.

Bereits im April waren Dutzende Kultgegenstände der Hopi in Frankreich versteigert worden - für mehr als 900.000 Euro. In den Streit über diese Auktion hatte sich unter anderem Hollywood-Star Robert Redford eingeschaltet, der den Verkauf als "Sakrileg" und "kriminellen Akt" bezeichnete.

ala/AFP

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