Hungerdesaster Helfer erleben logistischen Alptraum in Ostafrika

Millionen leiden Hunger, Eltern müssen ihren Kindern beim Sterben zusehen, Milizen terrorisieren die Region: Die Lage am Horn von Afrika ist verzweifelt. Die Versorgung Hunderttausender Menschen stellt Hilfsorganisationen vor gewaltige Probleme - der Kampf gegen die Zeit droht verlorenzugehen.

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Hamburg - In den Flüchtlingslagern stoßen die Helfer auf ausgezehrte und kranke Menschen, Kinder, die zu schwach zum Schlucken sind, und Eltern, die ihre verhungerten Babys begraben. Viele Menschen sterben auf den langen Fußmärschen zum Lager. Besonders betroffen von der Dürre ist Somalia - und die Situation verschlimmert sich von Tag zu Tag. Ostafrika hungert, die Welt schaut zu - und bewegt sich allmählich. Deutschland hat seine Hilfszahlungen verdoppelt, und dramatische Appellevon Hilfsorganisationen scheinen ihre Wirkung nicht zu verfehlen.

Inzwischen kommen in dem kenianischen Flüchtlingslager Dadaab und in dem äthiopischen Camp Dolo Ado täglich mehr als tausend Somalier an. Andere retten sich in die umkämpfte somalische Hauptstadt Mogadischu. Die Vereinten Nationen bereiten eine Luftbrücke in die umkämpfte Stadt vor, um besonders die geschwächten Kinder mit Spezialnahrung zu versorgen.

Doch die Hilfe erreicht nicht jene, die noch immer in den Krisengebieten festsitzen: Im Süden Somalias hungern 2,2 Millionen Menschen, über Teile der Region herrschen die brutalen Schabab-Milizen. Sie verhindern, dass die Notleidenden versorgt werden können.

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Horn von Afrika: Nothilfe vor dem Hungertod
Aber bedeuten mehr Hilfsgelder auch bessere Hilfe? SPIEGEL ONLINE beschreibt die einzelnen Phasen der Hilfslieferungen - und die Probleme, die dabei auftreten.

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Koana 27.07.2011
1. Das Risiko der Helfer,
ist in der Regel ohnehin auch schon vor dieser Kathastrophe in vielen Gebieten der Welt höher als jenes eines Astronauten. Dafür dürfen die Helfer die Welt von ganz Unten betrachten.
dipl_arch 27.07.2011
2. so einfach ist es leider nicht
Moment , erstmal "Griechenland" retten! - oder sinds doch nur die Banken denen wir wiedermal zu noch mehr Geld verhelfen? Dann bitte noch DEN Stromkonzen und DIESE Lobby bedienen. Hier und da noch ein bisschen Krieg spielen. Schade... jetzt hat die Regierung dummerweise keine Steuergelder mehr übrig um denen zu helfen die es wirklich brauchen. Stattdessen ständige Spendenaufrufe an ein Volk das selbst zu einem großen Teil von AlgII, Minijobs und und und lebt. Die Städte könnten ja mal auf das nächste große Feuerwerk verzichten ( was ohnehin keine Sau braucht) und den Teil, der dafür vorgesehen ist, einfach mal den Hungernden in Form von Lebensmitteln spenden . Das ist nur ein Beispiel von bestimmt vielen.
forschung 27.07.2011
3. es ist..
... eine Schande der gesamten Weltbevölkerung dass in manchen Staaten nach wie vor mörderische Individuen mit anderen treiben dürfen was sie wollen. Dass sie diese unterdrücken und tyrannisieren. Wir leben in Zeiten, in denen es möglich sein sollte über mehrere Jahrzehnte hinweg durch (Aus-)Bildung zu einem Konsens zu kommen. Ich kann mich noch gut an die extreme Hungersnöte vor 30 Jahren erinnern, als es 1984/85 die Hungersnot in Äthopien gab. Wenn man es genau nimmt, dann hat die Menschheit reichlich wenig gelernt und das macht (zumindest mich) sehr traurig. Und jetzt? Irgend eine Miliz tötet Menschen im Katastrophengebiet, tyrannisiert diese und lässt sie lieber langsam und qualvoll sterben anstatt die Hilfe zuzulassen, die andere anbieten. Ein Patentrezept für die Änderung der Zustände habe ich auch nicht, schon gleich zweimal keines, das ad hoc Hilfe verspricht. Ich hoffe sehr, dass es doch irgendwie möglich wird den Menschen zu helfen.
paoloDeG 27.07.2011
4. Hungerdesaster!
Was alle diese Menschen brauchen, es ist nicht Mitleid, sondern einfach nur Wasser! Das wussten schon die erste Lebewesen vor milliarden Jahren! Wasser um die Felder zu bestellen, Wasser um zu trinken, Wasser um sich zu waschen u.s.w.! Wer diesen Kommentar lisst wird es auch wissen! Alles was man braucht ist Wasser Wasser Wasser.............! Inzwischen es gibt auch in Europa an manchem Ort Wassermangel!
Roger11 27.07.2011
5. Kaffeekränzchen UNO
Warum "kümmern" wir uns nicht zunächst um die Schabab-Milizen, anstatt in Afghanistan Manpower zu verbraten? Keine Frage ans Forum, sondern an Herr Ban Ki-moon.
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