Hurrikan Fünf Tote, 13.000 kaputte Häuser - "Dorian" tobt über den Bahamas

"Die Verwüstung ist beispiellos": Hurrikan "Dorian" hat die Bahamas voll getroffen, er wütet mit heftigen Windböen. Mehrere Menschen kamen bereits ums Leben - und Entwarnung ist noch nicht in Sicht.
Freeport auf den Bahamas: Der Sturm bewegt sich nur noch langsam vorwärts

Freeport auf den Bahamas: Der Sturm bewegt sich nur noch langsam vorwärts

Foto: Ramon Espinosa/ DPA

Seit mehr als 24 Stunden wütet "Dorian" auf den Bahamas - und schon jetzt ist die Bilanz verheerend. Mindestens fünf Menschen wurden getötet, wie das Tourismusministerium am Montag mitteilte. Rettungskräfte konnten aber noch nicht in alle Gebiete vordringen.

Das Ausmaß der Schäden auf den nördlichen Bahamas war daher zunächst noch nicht abzusehen. Bis zu 13.000 Häuser könnten schwer beschädigt oder zerstört sein, warnte das Rote Kreuz am Montag.

Auf den nordöstlichen Abaco-Inseln hätten weitläufige Überschwemmungen die Trinkwasserquellen verunreinigt, hieß es weiter. Der Premierminister der karibischen Inselgruppe, Hubert Minnis, schrieb auf Twitter: "Die Verwüstung ist beispiellos."

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Hurrikan "Dorian": Großeinsatz am Atlantik

Foto: Maria Alejandra Cardona/ REUTERS

Die Windböen des schlimmsten Hurrikans seit Beginn moderner Aufzeichnungen erreichten Geschwindigkeiten von mehr als 350 Kilometern pro Stunde und tobten am Montag über der Insel Grand Bahama, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami erklärte. Das Zentrum des Sturms bewegte sich nur noch mit weniger als zwei Stundenkilometern nach Westen in Richtung der US-Küste, weshalb die Bahamas der Wucht des Hurrikans über lange Zeit ausgesetzt sind.

Fast 400.000 Menschen auf den Inseln sind von "Dorian" betroffen

Videos von den Abaco-Inseln, auf die der Hurrikan bereits am Sonntag getroffen war, zeigten überschwemmte Straßen, unter Wasser stehende Häuser und umgeknickte Bäume.

Auf New Providence, der bevölkerungsreichsten Insel der Bahamas, auf der sich auch die Hauptstadt Nassau befindet, kam es nach Berichten örtlicher Medien in der Nacht zu einem kompletten Stromausfall und Überschwemmungen. Auf Grand Bahama fiel ebenfalls teilweise der Strom aus. Der Flughafen in der größten Stadt Freeport stehe unter Wasser, schrieb die örtliche Zeitung "The Tribune".

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Die Bahamas bestehen aus rund 700 Inseln südöstlich von Florida. Bewohnt sind nur 30 von ihnen. Auf den Bahamas leben rund 389.000 Menschen. Der Hurrikan verlor am Montag etwas an Kraft und wurde von Kategorie fünf auf vier herabgestuft. Es drohten aber weiter "katastrophale Schäden", erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum.

Die Staaten der US-Küste rüsten sich für die Ankunft des Sturms

Am Montagabend (Ortszeit) sollte "Dorian" der Küste Floridas "gefährlich nahe" kommen und dann in Küstennähe nach Norden abdrehen. An der US-Küste sei daher mit zerstörerischen Winden, Sturmfluten und Überschwemmungen zu rechnen, warnten die Meteorologen. Sollte der Sturm auch nur gering vom prognostizierten Pfad abweichen, könnte er doch noch auf Land treffen und für große Schäden sorgen, warnten die Meteorologen.

Im Video: Weltraumaufnahmen - "Dorian" nähert sich den USA

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In Florida und den nördlicheren Bundesstaaten Georgia und South Carolina galt bereits der Notstand. Evakuierungen der Küstenregionen liefen am Montag bereits an. Dort sollten sich rund 800.000 Menschen in Sicherheit bringen.

Der Reisekonzern TUI brachte deutsche Urlauber vor dem Eintreffen des Hurrikans auf den Bahamas in Sicherheit. Bereits am Samstag sei Vorsorge getroffen worden und die Gäste seien von der Insel Grand Bahama abgereist. Es handelte sich um weniger als zehn Urlauber, die betroffen waren, wie eine Sprecherin von Deutschlands größtem Reiseveranstalter am Montag in Hannover auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textversion hieß es, der Sturm habe mit Windböen von bis zu 250 Kilometern pro Stunde gewütet. Dabei handelte es sich jedoch um die andauernde Windgeschwindigkeit des Sturms, nicht um die maximale Windgeschwindigkeit der Böen. Wir haben die Textstelle korrigiert.

jok/dpa
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