Karibik Hurrikan "Maria" nimmt Kurs auf Puerto Rico

Hurrikan "Maria" hat auf seinem Weg durch die Karibik auf Dominica schwere Schäden angerichtet. Auf Guadeloupe waren viele Straßen überflutet. Jetzt nimmt der Sturm Kurs auf Puerto Rico.

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Der Tropensturm "Maria" setzt seinen zerstörerischen Pfad durch die Karibik fort. Nachdem die Insel Dominica schwer verwüstet wurde, bewegt sich der Sturm nun auf Puerto Rico zu. "Maria" erreicht dabei Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Stundenkilometern. Vom US-Hurrikanzentrum NHC wurde der Sturm in die höchste Kategorie 5 eingestuft, die erst vor zwei Wochen der katastrophale Hurrikan "Irma" erreicht hatte.

"Maria" wird voraussichtlich in der Nacht zu Mittwoch Puerto Rico und die Amerikanischen Jungferninseln erreichen. Die Region, in der mehrere Millionen Menschen leben, kämpft immer noch mit den Auswirkungen von "Irma", der die Karibik und den US-Bundesstaat Florida heimgesucht hatte. Durch "Irma" waren mehr als 80 Menschen umgekommen.

Der Ministerpräsident der früheren britischen Kolonie Dominica, Roosevelt Skerrit, berichtete auf Facebook von massiven Zerstörungen. Der Sturm habe zahlreiche Dächer weggefegt. Vorrang hätten die Rettungsarbeiten und die Versorgung von Verletzten.

Das benachbarte französische Überseedepartement Martinique kam dagegen glimpflich davon. Es gebe keine größeren Schäden, teilte der Katastrophenschutz in Paris mit. Unklarheit herrscht über das Ausmaß der Zerstörung auf Guadeloupe. Dort liefen Aufräumarbeiten, teilte die örtliche Präfektur mit. Viele Bäume seien auf die Straße gestürzt, rund 80.000 Haushalte ohne Strom. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Bilder zeigen überflutete Straßen und entwurzelte Bäume.

Auf den Jungferninseln und Puerto Rico, die beide zum Territorium den USA gehören, appellierten die Behörden an die Bewohner, sich auf das nahende Unwetter vorzubereiten. Die Bürger sollten bei Familienmitgliedern, Freunden oder in öffentlichen Schutzräumen Zuflucht suchen, twitterte der puertoricanische Gouverneur Ricardo Rossello.

Die Regierung der US-Jungferninseln warnte vor Wind in Hurrikanstärke, der acht Stunden lang anhalten soll. Auf der Insel St. Croix würden die meisten Bewohner wochenlang von der Stromversorgung abgeschnitten sein. "Einige Leute werden monatelang keinen Strom haben", sagte Gouverneur Kenneth Mapp.

Im Atlantik bilden sich in diesem Jahr ungewöhnlich viele Unwetter. Nach einer Zählung der Experten vom Hurrikanzentrum NHC ist "Maria" bereits der siebte Hurrikan in dieser Saison. Auch dem Nordosten der USA stehen stürmische Tage bevor: Dort wird Hurrikan "Jose" voraussichtlich am Mittwoch östlich von New Jersey an der Küste entlang ziehen. Meteorologen warnen vor gefährlichen Wellen und Strömungen. Jose ist allerdings mit Geschwindigkeiten von 120 km/h deutlich schwächer als "Maria".

Prognostizierter Weg von "Maria"
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Prognostizierter Weg von "Maria"

Ein Experte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) rechnet damit, dass noch weitere Stürme der höchsten Kategorie folgen könnten. "Gerade ändert sich an den Bedingungen nicht viel, man kann also davon ausgehen, dass diese Hurrikansaison so aktiv weitergeht", sagte Thore Hansen vom DWD in Offenbach. "Das Wasser ist gerade überdurchschnittlich warm und dient als Energiequelle."

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Hurrikan: "Maria" fegt über Guadeloupe hinweg

Dass aktuell viele Stürme auf Land treffen, ist für Hansen "eher Zufall". Ein Faktor sei Studien zufolge der Klimawandel. "Durch ihn entstehen zwar nicht zwingend mehr Hurrikane, aber die, die es gibt, werden immer stärker." Eine Hurrikansaison geht für die Meteorologen offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November. 2005 hatte es in dieser Zeit vier Stürme der höchsten Kategorie 5 gegeben, darunter den verheerenden Hurrikan "Katrina".

Wegen der Zerstörungen haben die Wirbelstürme auch gravierende wirtschaftliche Auswirkungen. "Irma" etwa kostet die Versicherungswirtschaft Schätzungen der Ratingagentur Fitch zufolge zwischen 25 und 50 Milliarden Dollar. Konkurrent Moody's hat die versicherten Schäden durch "Irma" und den Hurrikan "Harvey" auf 150 bis 200 Milliarden Dollar beziffert.

brt/Reuters/dpa

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Bürger Icks 19.09.2017
1. Kein riesiger Hurrican Hype diesmal in den deutschen Medien?
Vielleicht weil man heute Morgen schon wusste das Maria nicht das Festland der ehemals angeblich vereinigten Staaten trifft, sondern wieder mal "nur" diejenigen, die eh nichts haben, noch weniger als die Armen in den ehemals angeblich vereinigten Staaten?
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