Ideale Flugbegleiter Air India will dicke Stewardessen ausmustern

Die staatliche Fluglinie Air India will keine dicken Stewardessen in fortgeschrittenem Alter mehr an Bord ihrer Maschinen dulden. Damen mit entsprechenden Makeln sollten doch bitte am Boden arbeiten, so die Empfehlung.

Neu-Delhi - Die Fluggesellschaft Air India will offenbar nur das Beste für ihre Gäste. Damit deren Auge nicht beleidigt wird, sollen in Zukunft Stewardessen über 40 und jenseits des Idealgewichts auf dem Boden bleiben und dort ihrem Job nachgehen.

Alle Flugbegleiter, die älter als 40 Jahre alt sind, sollen ihren Body-Mass-Index ausrechnen lassen, berichtete die indische Zeitung "Times of India". Wer außer Form sei, dürfe nur noch am Boden arbeiten. Die meisten Betroffenen weigerten sich demnach aber, den Test zu machen. Sie forderten, die Fluggesellschaft soll ihnen lieber Mitgliedskarten für Fitnessstudios schenken.

Anders als die privaten Fluglinien in Asien, deren Bordpersonal meist nicht älter als 35 ist, sind bei Air India laut dem Zeitungsbericht etwa zwei Drittel der Stewardessen älter als 40 Jahre. Das Höchstalter liege bei 58 Jahren. "Wir könnten eine Altersbegrenzung einführen", wird ein Mitarbeiter zitiert. "Aber das wäre unfair. Alles, was wir von ihnen verlangen, ist, sich wieder in Form zu bringen."

Empörte Stewardessen der mit Air India fusionierten Indian Airlines hatten schon im Sommer 2007 gegen die Diskriminierung von übergewichtigem Flugpersonal geklagt. Sie scheiterten, weil die Richter der Meinung waren, die Richtlinie diene der Flugsicherheit.

Air India ist mit mehr als sechs Milliarden Euro verschuldet und erhielt 2011 wegen ausstehender Rechnungen in Höhe von umgerechnet 43 Millionen Euro sogar ein Landeverbot in Delhi und Hyderabad. Jetzt will die indische Regierung dem Unternehmen 4,4 Milliarden Euro bereitstellen - unter der Bedingung, dass gespart wird.

ala/dpa
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