Einsatz für LGTBQ US-Pastor verkleidet sich als Dragqueen und darf Gemeinde nicht mehr betreuen

Mit hochhackigen Stiefeln, einer rosafarbenen Perücke und einem paillettenbesetzten Kleid trat US-Methodistenpastor Craig Duke in einer TV-Show auf. Nun wurde er von seinen Aufgaben entbunden und darf seine Gemeinde in Indiana nicht mehr betreuen.
US-Pastor Craig Duke

US-Pastor Craig Duke

Foto: JAKES GILES NETTER / HBO / AFP

Craig Duke will Brücken bauen zur LGBTQ-Gemeinschaft: »Wenn du Menschen, die anders sind als du selbst, in deinem priesterlichen Amt erreichen willst, dann musst du dahin gehen, wo Menschen anders sind als du selbst«, sagte der US-Pastor.

Doch weil Duke als Frau verkleidet in einer TV-Show aufgetreten ist, darf er seine Gemeinde im US-Bundesstaat Indiana nicht mehr betreuen. Duke hatte sich für seinen großen Auftritt in der HBO-Sendung »We're Here« unter anderem hochhackige Stiefel, eine wallende rosa Perücke und ein paillettenbesetztes Gymnastikkleid angezogen. Zudem trug er Lippenstift und pinkfarbenen Lidschatten auf – und um den Hals ein großes Kreuz.

Es sei »eine unglaublich wundervolle, erfrischende, tiefgehende und kraftvolle spirituelle Erfahrung gewesen«, schwärmte der 62-Jährige anschließend über seinen Auftritt als Dragqueen.

Craig Duke (Zweiter von links) in der Fernsehshow: »Spirituelle Erfahrung«

Craig Duke (Zweiter von links) in der Fernsehshow: »Spirituelle Erfahrung«

Foto: Johnnie Ingram / HBO / AP

Ganz anders sahen dies seine Vorgesetzten in der Methodistenkirche in Evansville. Es habe »unzählige kritische E-Mails und Anrufe« gegeben, deshalb sei Duke von seinen pastoralen Pflichten in der Kirche entbunden und sein Gehalt deutlich reduziert worden. Duke muss zudem mit seiner Familie bis zum 28. Februar aus dem Pfarrhaus ausziehen, wie die »New York Times« berichtet.  Formell gefeuert wurde Duke den Angaben zufolge aber nicht.

Der Pastor sagte, ihn hätten zahlreiche kritische Kommentare sehr verletzt, er habe aber auch Hunderte Unterstützungsbriefe erhalten.

Das Schicksal des Pastors sorgte für viele Diskussionen und Anteilnahme. Über eine Spendenaktion im Internet kamen am Mittwoch 60.000 Dollar (53.000 Euro) zusammen. Gemeinsam mit seiner Partnerin Linda veröffentlichte Duke eine Erklärung und betonte, dass er seinen Auftritt auf keinen Fall bedauere.

kha/AFP
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.