Erdbeben in Indonesien Zahlreiche Häuser sollen in Erdloch verschwunden sein

Nach der Erdbebenkatastrophe auf Sulawesi kritisieren Betroffene die zu langsame Arbeit der indonesischen Behörden. Die Zahl der Toten stieg auf mehr als 1500. Über tausend Menschen werden noch vermisst.

Überlebende vor eingestürztem Hotel
AP

Überlebende vor eingestürztem Hotel


Eine Woche nach dem Erdbeben und dem folgenden Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi könnten noch immer mehr als tausend Menschen unter den Trümmern ihrer Häuser und in einer Art Erdloch verschüttet sein. Nach dem Tsunami hatte sich in zwei Stadtteilen von Palu der Grund in tiefen Schlamm verwandelt. Zahlreiche Menschen könnten in diesem eingeschlossen sein.

In einem Wohnviertel der 350.000-Einwohner-Hafenstadt Palu stürzten mehr als tausend Gebäude mit mindestens genau so vielen Menschen darin ein, sagte ein Sprecher der Rettungsbehörde. Betroffene haben mittlerweile die Hoffnung verloren, einige der Vermissten lebend zu finden.

Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen in dem Katastrophengebiet knapp 200.000 Menschen dringend Hilfe. Überlebende leiden an Hunger und Durst. Es mangelt an Lebensmitteln und sauberem Wasser.

Zahlreiche Menschen könnten im Schlamm eingeschlossen sein

Aus den Trümmern des eingestürzten Hotels "Roa Roa" zogen Rettungsarbeiter acht weitere Leichen. Die Zahl der Toten stieg insgesamt auf 1558.

Viele Bewohner Sulawesis sind wütend - sie werfen den indonesischen Behörden vor, die Hilfe für Opfer laufe zu langsam an. Erst nach tagelangen Verzögerungen traf internationale Hilfe ein. 20 Flugzeuge aus elf Ländern sollen die Insel mit Zelten, Wasseraufbereitungsanlagen, Generatoren und medizinischer Unterstützung versorgen.

Wegen der zerstörten Infrastruktur könnten nicht alle bedürftigen Menschen erreicht werden, sagte Katastrophenschutzsprecher Sutopo Nugroho. Die Stromversorgung konnte jedoch vielerorts wiederhergestellt werden. "Es wird besser", sagte der 56-jährige Überlebende Azhari Samad. Aber es werde Jahre dauern, bis sich die Region ganz von der Katastrophe erholt habe.

mje/AFP/dpa



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