Anak Krakatau in Indonesien Vulkanausbruch macht Zehntausende Menschen obdachlos

Hunderte Menschen sind tot, Tausende verletzt: Der Vulkanausbruch im Westen Indonesiens hat verheerende Folgen. Mehr als 40.000 Menschen können vorerst nicht in ihren Wohnungen leben.

Vulkan Anak Krakatau
DPA

Vulkan Anak Krakatau


Wegen des Vulkanausbruchs und eines nachfolgenden Tsunamis sind im Westen Indonesiens mehr als 40.000 Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben worden. Von dieser Zahl sei auszugehen, nachdem Retter allmählich in zuvor kaum erreichbare Gegenden der betroffenen Küstenregionen auf Sumatra und Java vorgedrungen seien, hieß es von den Behörden.

Beim Ausbruch des Anak Krakatau am vergangenen Samstag war ein Teil des Kraters abgebrochen und ins Meer gestürzt, was einen verheerenden Tsunami ausgelöst hatte. Die Flutwellen verwüsteten im Süden Sumatras und im Westen Javas mehrere Küstenregionen.

Die Behörden korrigierten die Zahl der Todesopfer leicht auf 426 herunter. Bei der Identifizierung seien einige Leichen doppelt gezählt worden, sagte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde. Mehr als 7200 Menschen seien verletzt worden, 23 Personen würden noch vermisst. Der Vulkan stößt weiter heiße Aschesäulen in den Himmel.

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Tsunami in Indonesien: Zerstörerische Flutwelle

Nach wie vor werden den Behörden zufolge Einwohner aus dem Katastrophengebiet in Sicherheit gebracht, etwa von der Insel Sebesi in der Sundastraße, welche nur 19 Kilometer vom Anak Krakatau entfernt liegt. Am Donnerstag hatten die Behörden wegen neuer Tsunami-Warnungen die Warnstufe für den Anak Krakatau erhöht und die Sperrzone von zwei auf fünf Kilometer erweitert.

Die Anwohner wurden aufgefordert, sich von der Küste fernzuhalten. Die Gefahr weiterer Eruptionen sei groß, warnte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde. Inzwischen gilt die zweithöchste Warnstufe, alle Flüge über der Zone wurden umgeleitet.

Die Asche ist laut örtlichen Behörden zwar harmlos, trotzdem sollten die Menschen in den betroffenen Gebieten Schutzmasken und Schutzbrillen tragen. Die Lage vieler Betroffener wurde durch sintflutartigen Regen erschwert, der in einigen Gebieten für Überschwemmungen sorgte. Nach Angaben von Ärzten mangelt es bereits an sauberem Wasser und zunehmend auch an Medikamenten.

Indonesien liegt in einer geologisch aktiven Zone der Erde. Dort stoßen tektonische Platten aufeinander, was gewaltige geophysikalische Kräfte freisetzt. Dadurch kommt es in Indonesien besonders häufig zu Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Erdrutschen, die Tsunamis auslösen. In Indonesien gibt es etwa 130 aktive Vulkane, so viele wie in keinem anderen Land der Welt.

Der Vulkan Anak Krakatau, rund 80 Kilometer westlich der Hauptstadt Jakarta, ist seit Jahren aktiv. Teilweise bebt er mehrere Tausend Mal pro Tag. Immer wieder warnen Behörden vor einem erneuten Ausbruch. Rund fünf Meter wächst der Vulkan pro Jahr. Mittlerweile ist er etwa 400 Meter hoch.

Der Anak Krakatau steht an derselben Stelle wie der Krakatau, der bei einem ungeheuren Ausbruch im August 1883 explodierte und vollständig zerstört wurde. Auch die damalige Eruption löste einen Tsunami aus, mehr als 36.000 Menschen kamen ums Leben. Im Laufe der Jahre bildete sich an der Stelle zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java der Anak Krakatau - das "Kind des Krakatau".

mxw/dpa



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