Infografik der Woche Islam wächst bis 2050 am stärksten

In Deutschland mögen die Religionen an Bedeutung verlieren - weltweit aber steigt die Zahl ihrer Anhänger. Welcher Glauben wird in Zukunft wie stark vertreten sein?


Statista, SPIEGEL ONLINE
Der Evangelische Kirchentag mag weiterhin eine Großveranstaltung sein, doch in Deutschland verlieren die Religionen tendenziell an Bedeutung. Ähnlich ist die Lage in Irland, das trotz seiner katholischen Prägung vor Kurzem deutlich für ein liberales Verständnis der Ehe votierte und diese auch für homosexuelle Paare öffnete.

Global gesehen jedoch nimmt der Stellenwert der Religionen zu, wie die Infografik der Woche von Statista und SPIEGEL ONLINE zeigt. Während 2010 weltweit rund 2,17 Milliarden Menschen Christen waren, werden es 2050 rund 2,92 Milliarden sein. Das geht aus Daten einer Prognose des PEW Research Center hervor. Der Studie zufolge soll das Christentum genauso stark wachsen wie die Gesamtbevölkerung - mit einer Rate von 35 Prozent. Etwa die Hälfte der Christen werden aktuell zu den Katholiken gezählt.

Ähnlich stark soll die Zahl der Anhänger des Hinduismus ansteigen (plus 34 Prozent). Bei Konfessionslosen (plus 9 Prozent) und Juden (plus 16 Prozent) prognostiziert das PEW-Institut geringere Wachstumsraten verglichen mit der Weltbevölkerung insgesamt. Die Zahl der Buddhisten soll sogar trotz steigender Bevölkerung leicht abnehmen.

Nur eine Religionsgruppe soll eine höhere Wachstumsrate erreichen als die Gesamtbevölkerung: Bei den Muslimen liegt sie bei 73 Prozent. Damit soll es 2050 fast genauso viele Muslime wie Christen geben. Zum prognostizierten Wachstum der schon jetzt zweitgrößten Weltreligion trägt neben Konvertiten vor allem die Verbreitung in Gebieten mit hohem Bevölkerungswachstum bei.

Andreas Grieß (Statista)/che

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