Insel-Party Tausende Jugendliche feiern auf Sylt

Sommer, Sonne, Strand: 4500 Menschen aus Schleswig-Holstein und Hamburg haben die Nordseeinsel Sylt in eine Partymeile verwandelt. Auslöser war eine harmlose Ankündigung im Internet - und die Trennung eines Liebespaars.


Westerland - Eine Sommernacht, kalte Getränke und eine lässige Feier am Strand: Auf solche Abende hoffen wohl manche Urlauber in südlichen Ländern. Doch rund 4500 Jugendliche pilgerten am Samstagabend an die Nordsee: Nach einem Aufruf im Internet feierten mehrere tausend Menschen eine Strandparty auf Sylt.

Die meisten Besucher reisten aus Schleswig-Holstein und Hamburg an - ausgerüstet unter anderem mit Bier und Cola-Korn in Plastikflaschen. Bei Wind und sonnigem Wetter waren die ersten 500 jungen Menschen nach Polizeiangaben bereits am Morgen auf Sylt angekommen und mit Alkohol und lauter Musik durch die Fußgängerzone gezogen.

Die Party folgt dem Prinzip des "Flashmob", es gibt also keinen Veranstalter, und jeder kann spontan teilnehmen. Angestoßen hat sie der 26 Jahre alte Christoph Stübner aus Busdorf bei Schleswig. Nachdem sich seine Freundin von ihm getrennt hatte, hatte Stübner eigentlich nur eine Party mit rund hundert Bekannten feiern wollen. Doch dem Aufruf in dem sozialen Netzwerk "Mein VZ" folgten deutlich mehr Menschen - mehr als 13.000 Nutzer meldeten sich zur Feier an.

Die Sylter stellten sich auf das Ereignis ein. "Unsere Lager sind voll. Wir gehen davon aus, dass 13.000 Menschen hier gleichzeitig einen Hamburger bestellen", sagte ein Mitarbeiter eines Schnellrestaurants in der Fußgängerzone. Die Gemeinde stellte Rettungsschwimmer und Sanitätszelte bereit, das Krankenhaus wurde vorbereitet. Zudem seien rund 20 mobile Toiletten aufgestellt worden, gab das Sylter Ordnungsamt bekannt.

Die Polizei war in Alarmbereitschaft und hatte Verstärkung vom Festland geordert, die Deutsche Bahn und Nord-Ostsee-Bahn rechneten für den gesamten Tag mitüberfüllten Zügen. Am Abend wurde ein betrunkener Randalierer festgenommen, bis zum späten Abend blieb die Veranstaltung aber weitgehend friedlich.

Initiator Stübner war schon am frühen Nachmittag angereist. Als er um 14:39 Uhr am Bahnhof Westerland ankam, ließen seine Fans ihn hochleben. Für den zuvor Arbeitslosen hat sich der Aufruf gelohnt. Durch seine Medienpräsenz habe er einen Job in einer Redaktion eines Monatsmagazins bekommen, erzählte er.

kgp/dpa/ddp

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