Iran Mehr als 700 Verletzte nach Erdbeben

Bei einem Erdbeben in Iran sind deutlich mehr Menschen verletzt worden als bisher angenommen. Die meisten Verletzten soll es nach Behördenangaben aufgrund einer Panik gegeben haben.

Zerstörtes Gebäude im Westen Irans
Getty Images/ Anadolu Agency

Zerstörtes Gebäude im Westen Irans


Bei einem schweren Erdbeben am Sonntag im Westen Irans sind Hunderte Menschen verletzt worden: Die "jüngste Zahl der Verletzten beläuft sich auf 716", zitierte das iranische Staatsfernsehen den nationalen Katastrophenschutz. Stunden nach dem Beben war noch von 260 Verletzten die Rede gewesen. Tote und größere Schäden gab es laut den Behörden nach dem mittelschweren Beben nicht.

Das Erdbeben der Stärke 6,4 hatte sich am Sonntagabend in der Provinz Kermanschah an der Grenze zum Irak ereignet. Ein Vertreter des iranischen Roten Halbmonds sagte, die meisten Menschen seien bei einer Panik nach dem ersten Erdstoß verletzt worden. Laut iranischen Medien verursachte das Beben keine gravierenden Schäden. Im Fernsehen waren lediglich Bilder von Rissen im Inneren von Gebäuden zu sehen.

Das Geophysikalische Institut in Iran teilte mit, das Beben habe sich 17 Kilometer südwestlich von der Stadt Sarpol-e Sahab in einer Tiefe von sieben Kilometern ereignet. Es folgten demnach mindestens sieben Nachbeben, von denen das heftigste eine Stärke von 5,2 gehabt habe. Berichten zufolge waren die Erschütterungen auch im benachbarten Irak zu spüren.

Die betroffene Region war in den vergangenen Jahren wiederholt von Erdbeben erschüttert worden. Im November vergangenen Jahres starben dort bei einem Beben der Stärke 7,3 etwa 620 Menschen, mehr als 12.000 wurden verletzt. Rund 30.000 Gebäude wurden damals beschädigt. Das Beben vom Sonntag habe nun die gerade erst wieder aufgebauten Gebiete getroffen, sagte Mortesa Salimi vom iranischen Roten Halbmond der Nachrichtenagentur Isna.

Erdbeben ereignen sich in Iran häufig, weil dort zwei tektonische Platten aufeinandertreffen. Das tödlichste Erdbeben in der Geschichte der Islamischen Republik hatte 1990 im Norden des Landes 40.000 Menschen getötet und 300.000 verletzt.

cop/dpa/AFP



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