Irland Schwulenfeindlicher Baptistenprediger an Einreise gehindert

Der radikale Baptist Steven L. Anderson hält Homosexualität für eine "Abscheulichkeit", die Gott mit dem Tode bestraft. Jetzt wollte er in Irland predigen - 14.000 Gegner hielten ihn davon ab.


Am 26. Mai wollte Steven L. Anderson in Dublin auf einer Kirchenversammlung predigen. Dies allerdings wird dem mutmaßlich antisemitischen und offen schwulenfeindlichen Geistlichen aus dem US-Bundesstaat Arizona nicht vergönnt sein.

Die irischen Behörden haben dem Baptisten die Einreise verweigert. Laut einem Bericht der "Irish Times" hatten 14.000 Iren zuvor eine entsprechende Petition unterzeichnet. Am Sonntag hatte Irlands Justizminister Charlie Flanagan dann die notwendige Verfügung zum Einreiseverbot unterzeichnet.

Die sogenannte "exclusion order" sei das erste Mal seit ihrem Inkrafttreten vor 20 Jahren angewandt worden, berichteten irische Medien.

Anderson ist ein äußerst umstrittener Prediger. 2009 sorgte er US-weit für Empörung, als er für den Tod des damaligen US-Präsidenten Barack Obama betete. 2016 lobte er den Todesschützen, der 49 Menschen in einem Gay-Klub im US-Bundesstaat Florida getötet hatte. Auch Großbritannien, die Niederlande und Südafrika haben dem US-Amerikaner bereits die Einreise verweigert.

Die fundamentalistische "Faithful Word Baptist Church", die Anderson im Jahr 2005 in Arizona gründete, vertritt unmissverständlich antimoderne und antiliberale Positionen: Ihrem Kodex zufolge ist Abtreibung Mord. Auf der Website der Vereinigung heißt es außerdem: "Wir glauben, dass Homosexualität eine Sünde und eine Abscheulichkeit ist, die Gott mit dem Tode bestraft."

Seine Frau hat Steven Anderson laut eigener Aussage als 18-Jähriger beim Missionieren auf den Straßen von München kennengelernt. Das Paar ist seit 17 Jahren verheiratet und hat zehn Kinder.

ala



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