Islam-Modenschau in Malaysia Schöne Frauen, gut betucht

Züchtiger als in Paris oder Mailand ging es bei der Islamic Fashion Week in Malaysia zu, weniger glamourös dagegen nicht. Und günstig war die schöne Schau auch: Die Veranstalter konnten sich das Budget für Friseure sparen.

Kuala Lumpur - Wie bezaubernd auch ein verhüllter Kopf sein kann, zeigten Models zum Abschluss der International Fashion Week in Malaysia. Dort präsentierten insgesamt rund 100 Designer ihre Kreationen - und am letzten Tag sorgte heute das Islamic Fashion Festival für ein besonderes Highlight. Nachwuchsdesigner wie Feny Mustafa, Tuan Hasnal und Ameera Ameer zeigten bunte, schillernde Entwürfe. Haut war allerdings sehr wenig zu sehen - stattdessen Hüllen in Fülle.

Die International Fashion Week im Kuala Lumpur Convention Centre fand dieses Jahr zum vierten Mal statt, die Islamic Fashion Festival zum zweiten Mal, das Oberthema war "Love". Das erklärte Ziel der Veranstalter: Malaysia zu einem Zentrum der islamischen Mode zu machen. "Mode dreht sich nicht allein um Stil oder Design; sie ist auch ein Ausdruck der Kultur", sagte der Chef des veranstaltenden Branchenverbands MIFA Heah Sieu Lay.

Der Einfluss des Islam gilt in Malaysias Hauptstadt als eher gemäßigt, dennoch sorgte der freizügige Modestil der westlichen Popkultur in letzter Zeit häufig für Ärger. So hat die US-R'n'B-Königin Beyoncé Knowles vor wenigen Wochen einen für November geplanten Auftritt abgesagt, nachdem religiöse Eiferer wegen ihres oftmals freizügigen Outfits protestiert hatten.

Und auch die US-Sängerin Gwen Stefani sorgte für Wirbel. Die nationale Vereinigung muslimischer Studenten hatte gegen die offenherzige Sängerin protestiert - die war darauf in züchtigen Jacken und Leggings aufgetreten und hatte der Menge anbiedernd zugerufen: "Ich bin praktisch Malaysierin".

Gegen den Auftritt der Kopftuchmodels dürften die muslimischen Studenten dagegen keinerlei Einwände erhoben haben. Und auch die Behörden hielten still: Letztes Jahr hatten sie nach einem freizügigen Auftritt der Pussycat Dolls den örtlichen Konzertveranstalter mit einer Strafe von umgerechnet rund 2000 Euro belegt. Vielleicht sollten sie bei ihrer nächsten Tour lieber auf die jetzt in Malaysia gezeigten Entwürfe zurückgreifen.

tdo/Reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.