Posse um Motorradausflug "Sie muss heruntergefallen sein"

Ein Italiener macht mit seiner Frau auf dem Motorrad einen Ausflug, nach 40 Kilometern wählt er den Notruf: "Ich habe sie verloren." Die Geschichte hat nur einen Haken - sie verlief ganz anders.

Piazza Europa in Chieri (Luftaufnahme)
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Piazza Europa in Chieri (Luftaufnahme)


Erst nach Dutzenden Kilometern hält er an, auf der Piazza Europa im Zentrum der norditalienischen Stadt Chieri. "Ich habe meine Frau verloren", ruft der Anrufer dem diensthabenden Polizisten durchs Telefon zu, "sie muss während der Fahrt vom Motorrad gefallen sein."

Die Geschichte klingt wie ein Scherz, doch der 59-jährige Motorradfahrer meinte es offenbar ernst - so jedenfalls berichtet es die italienische Zeitung "La Repubblica" unter Berufung auf die Polizei. Demnach war der Mann nach eigenen Angaben mit seiner ein Jahr jüngeren Frau unterwegs, als ihm nach etwa 40 Kilometern auffiel, dass der Sitz hinter ihm frei war.

Der Wortlaut des Notrufs klingt in der Tat so, als wäre der Mann aufgeregt und überrascht: "Ich kann sie nicht anrufen", sagte er dem Bericht zufolge, "ihr Handy ist noch im Fach des Motorrads - helft mir!" Dann jedoch nimmt die Geschichte eine Wende.

"Ich dachte, dass mein Mann ein Depp ist"

Wenig später ruft die vermeintlich Vermisste den 59-Jährigen an - von einem anderen Handy aus, mit unterdrückter Nummer. "Du bist ohne mich abgefahren", sagt sie laut "La Repubblica" in dem Gespräch, "du hast mich in Moncalvo zurückgelassen."

Daraufhin stellt sich heraus: Die Frau war nicht vom Sitz gefallen, sondern schlichtweg vergessen worden. Das Paar war demnach in der Provinz Asti auf einem Rummel. Bei der Abfahrt brauste der Ehemann daraufhin augenscheinlich etwas zu früh los - als seine Frau zwar schon den Helm aufgesetzt hatte, aber noch nicht hinter ihm saß. "Wir fahren seit Jahren gemeinsam Motorrad", sagte sie später über die Angelegenheit. "Das Erste, was ich gedacht habe, war, dass mein Mann wirklich ein Depp ist."

Warum der vergessliche Ehemann ausgerechnet im Städtchen Chieri bei Turin den Verlust seiner Frau bemerkte? Er hatte Lust auf eine Erfrischung bekommen und deshalb an einer Eisdiele angehalten.

mxw

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insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
gg0815 20.06.2017
1. scheint nicht selten
scheint nicht selten zu passieren. Hab gerade erst bei einem Geburtstag solche Story gehört. Mama will Sohn in Nachbarort abholen. Trifft Ihn dort der will aber noch schnell etwas holen. Mama wendet und fährt ohne ihn nach Hause. Sie grübelt die ganze Fahrt lang was sie eigentlich in diesem Nachbarort wollte. Als der Sohn dann zu hause anruft glaubt sie ihm sogar erst einmal nicht, sondern meint der Sohn wäre doch auf seinem Zimmer. Dann fällt aber doch noch der Vorhang ..
manicmecanic 20.06.2017
2. seltsam
Aber scheinbar gibts sowas tatsächlich wenn man es ab und zu immer wieder mal lesen kann.Ich kanns trotzdem nicht im geringsten verstehen wie man es nicht spüren kann daß der Beifahrer nicht auf dem Ofen sitzt.Das ist ein total anderes Fahrgefühl,das ist s.o. nicht zu fassen wie naturhigh manche sogar durch die Gegend fahren.Gruselig.
Sabin Chen 20.06.2017
3. und außerdem
was soll der Hinweis auf die unterdrückte Nummer? Meinten Sie, er geht nicht dran, wenn er sieht, dass seine Frau von einem anderen Handy aus anruft? Versteh ich nicht
Lexington67 20.06.2017
4.
Wenn er üblicherweise oder zumindest sehr häufig alleine auf dem Motorrad sitzt dann ist es ein sehr vertrautes Fahrgefühl, das hat mit "naturhigh" nichts zu tun. Verwunderlich ist das nur das er nicht daran denkt das er ja die Tour eben nicht alleine unternommen hat. Man sollte doch annehmen das er während der Fahrt den einen oder anderen Gedanken an die Familie oder die Frau und was die gerade tun verschwendet hat.
Spr. 20.06.2017
5. Das ist nicht normal!
[scheint nicht selten ] Ihre Schilderung enthält viele Symptome, an deren Vorhandensein Alzheimer festgemacht wird. Das geht über ein normales Vergessen weit hinaus. Alzheimer können übrigens auch jüngere Menschen bekommen, dafür muss man nicht erst 70 oder 80 werden, auch wenn die Häufigkeit mit dem Alter steigt. Alzheimer-Patienten sollten besser auf den Führerschein verzichten. Sie könnten mitten während einer Autofahrt z.B. vergessen, wo die Bremse ist oder überhaupt wie man Auto fährt. Wegen dieser Möglichkeit sind Alzheimer-Patienten eine große Gefährdung im Straßenverkehr.
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