Body-Mass-Index von mehr als 47 Japans Sumoringer werden immer schwerer

Die Ringer in Japans höchster Sumo-Liga Makuuchi wiegen mit 160 Kilogramm inzwischen durchschnittlich 15 Kilogramm mehr als noch vor 30 Jahren. Für die Gesundheit der Sportler kann das zum Problem werden.
Sumoringer 2017 in Tokio

Sumoringer 2017 in Tokio

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Yosuke Mizuno/ dpa

Auch Japans  Sumoringer können zu dick sein. Da die Sportler im Schnitt nämlich immer schwerer werden, gefährden sie immer stärker auch ihre Gesundheit. Wie die japanische Tageszeitung "Asahi Shimbun" berichtete, wiegen die Ringer in der höchsten Sumo-Liga Makuuchi inzwischen durchschnittlich rund 160 Kilogramm - 15 Kilogramm mehr als noch vor 30 Jahren. Der durchschnittliche Body-Mass-Index (BMI) liege bei mehr als 47. Zum Vergleich: Bereits ein BMI über 25 gilt als Anzeichen für Übergewicht.

"Es ist nie einfach, gesund zu bleiben, solange du das Leben eines Sumoringers lebst", sagte der aus Russland stammende frühere Ringer Orora, der zu Kampfzeiten 288 Kilogramm auf die Waage brachte und damit bis heute den Rekord als schwerster Sumoringer Japans hält. Jeder Ringer müsse selbst auf sich und seine Gesundheit achten, wurde der Russe weiter zitiert. Niemand im eigenen Ringstall kümmere sich um einen.

28-jähriger Sumo mit Diabetes stirbt nach Corona-Infektion

Japans Sumoverband habe zwar Gesundheitsrichtlinien erlassen und lasse die Sportler regelmäßig untersuchen. So werde den Ringern geraten, Fisch, Gemüse und Fleisch zu essen und dabei gut zu kauen. Zudem sollten die Ringer die Finger von Kartoffelchips, Kuchen und mit Bohnenpaste gefüllten Donuts lassen. Doch manche der Kämpfer sollen gern auch zu Fast Food greifen.

"Groß zu werden ist Teil des Jobs eines Rikishi (Ringer)", wurde der Ehren-Direktor einer Klinik zitiert. Der Sumoverband sollte jedoch systematisch an der Ernährung und Fitness der Ringer arbeiten, damit sie kein Diabetes und andere Gesundheitsprobleme bekommen. Zudem gab es schon früher immer wieder Vorwürfe, dass junge Sumo-Schüler in Japan auf teils gewaltsame und gefährliche Weise "gestählt" würden.

Kürzlich war ein junger Ringer, der an Diabetes litt, nach mehrfachem Organversagen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Der Japaner mit dem Ring-Namen Shobushi war nur 28 Jahre alt geworden. Die Ärzte hätten als einen Faktor für seinen Tod seine chronischen gesundheitlichen Probleme angeführt, hieß es. Shobushi war der erste Sumoringer, der sich mit dem Virus infiziert hatte und der erste, der daran starb.

apr/dpa
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