Freizeitpark mit gefrorenen Fischen Eisiger Totentanz

Hätten Sie Lust, über Tausenden toten Fischen Schlittschuh zu laufen? Nicht? Dann ergeht es Ihnen so wie vielen Besuchern eines Vergnügungsparks in Japan.


Es sollte eine spektakuläre Attraktion sein, doch es entpuppt sich als PR-Desaster: Ein japanischer Freizeitpark hat 5000 gefrorene Fische in eine Schlittschuhbahn eingearbeitet - und wenig begeisterte Reaktionen erhalten. "Kritische Stimmen sagen, dass es nicht gut ist, Lebewesen als Spielzeug zu nutzen, und dass es Lebensmittelverschwendung ist", sagte ein Sprecher des Space-World-Parks im südwestjapanischen Kitakyushu.

In sozialen Medien war die Empörung über die Aktion groß. Auf der Facebook-Seite von Space World kritisierte ein Nutzer die Attraktion etwa als "sündhaft". Der Unternehmenssprecher sagte nun, die in einem Fischmarkt gekauften Tiere seien bereits tot und für den Verzehr nicht geeignet gewesen.

Trotzdem sei die Eislaufbahn am Sonntag geschlossen worden. Nun werde das Eis aufgetaut, was etwa eine Woche dauern werde. Unternehmenschef Toshimi Takeda kündigte zudem eine Gedenkveranstaltung zu Ehren der Fische an, zu der auch ein Priester eingeladen werden solle. Dies sei aber schon geplant worden, bevor die Protestwelle begonnen habe.

Unter der 250 Meter langen Eisbahn namens Ice Aquarium waren 25 verschiedene Fischarten eingefroren worden. Einige der Tiere sind pfeilförmig geformt oder so angeordnet, dass sie das Wort "Hello" bildeten.

mxw/AP/AFP



insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mik.a 28.11.2016
1.
Das ist ja abscheulich. Wieso kommen sie nicht auf die Idee, tote Menschen da einzufrieren ? wäre wohl unpassend. Bei Tieren scheint das egal zu sein.
Beinlausi 28.11.2016
2. mik.a,
ich fürchte, Empathie ist meist etwas artenabhängig. Dem Fisch wären tote Leute, an die Aquariumscheibe geklebt oder irgendwo im Ozean als Deko, eventuell als Energielieferant interessant, aber ethisch-moralisch eher schnuppe, schätze ich.
naklar261 28.11.2016
3. wiederlich
demnaechst sperren sie bestimmt auch lebende Fische ein und stellen sie aus
angst+money 28.11.2016
4.
Na wenigstens sind keine Wale dabei...
jojack 28.11.2016
5. Ach wo, ein voller Erfolg!
Wenn gar im fernen Deutschland berichtet wird, kann man dem Freizeitpark nur zu dieser Aktion gratulieren. Offenbar ist die vermutlich bewusste Provokation ein voller Erfolg - schlechte Presse gibt es im Jahr 2016 nicht mehr.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.