Japan Wie Spears die Geburtenrate anheben soll

Die Ellbogen bedecken die Brüste, die Haare sind dunkel gefärbt: Ein Aktfoto der hochschwangeren Britney Spears hängt ab sofort in den U-Bahnhöfen Japans. Das Werbeplakat einer Modezeitschrift sollte ursprünglich entschärft werden – nun begeistert es die Fans.


Tokio - "Ich glaube, es ist gut für das Problem der niedrigen Geburtenrate", sagt Takuro Shimizu. Der 78-jährige Spears-Fan ist extra wegen des Akt-Plakats der US-Sängerin in die U-Bahnstation Omotesando gereist und fotografierte das freizügige Porträt. Seit heute morgen hängen die ersten Werbeplakate in der Tokioter Metro - nach langem Hin und Her.

"Wir freuen uns, dass wir das Bild einer glücklichen schwangeren Frau zeigen können, wie wir es von Anfang an vorhatten", erklärte Keiko Murakami, Redakteurin der japanischen Ausgabe des Modemagazins "Harpers Bazaar". Die Betreiber der U-Bahn in Tokio hatten ursprünglich gefordert, die Akt-Aufnahme mit einem schwarzen Aufkleber zu bekleben und so alles unterhalb der verschränkten Ellbogen zu verdecken.

In asiatischer Höflichkeit sollte auf dem Sticker der Schriftzug gedruckt werden: "Wir entschuldigen uns dafür, einen Teil des schönen Bildes einer künftigen Mutter zu verhüllen." Die Begründung für die Zensur: das Motiv sei "zu stimulierend" für Jugendliche. Doch schon bald waren die Verantwortlichen zurückgerudert: Die Zensurforderung sei eine schlechte Entscheidung gewesen.

Takuro Shimizu, wohl einer der betagtesten Spears-Fans, freut sich über den Zensur-Widerruf – obwohl er das Plakat nicht unbedingt erotisch findet. "Für mich ist das nicht mehr so aufregend. Ich bin alt."

jkr/AP/reuters



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