Bekannter norwegischer Widerstandskämpfer Joachim Rønneberg ist tot

1943 sabotierte eine norwegische Sondereinheit die Atombombenpläne der Nazis - angeführt wurde die legendäre Aktion "Gunnerside" von Joachim Rønneberg. Nun ist er im Alter von 99 Jahren gestorben.

Joachim Rønneberg (April 2013)
REUTERS

Joachim Rønneberg (April 2013)


Joachim Rønneberg sei wahrscheinlich der "letzte der bekanntesten Widerstandskämpfer" gewesen, sagte Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg am Sonntag der Nachrichtenagentur NTB. Damit reagierte die Politikerin auf die Meldungen vom Tod Rønnebergs. Er starb im Alter von 99 Jahren.

Im Zweiten Weltkrieg - nachdem die Nazis Norwegen besetzt hatten - floh Rønneberg nach Großbritannien und erhielt dort eine militärische Ausbildung. Im Februar 1943 führte Rønneberg ein sechsköpfiges Team bei der legendären Sabotageaktion "Gunnerside" gegen eine Fabrik im Süden Norwegens, die für die Atomwaffenentwicklung benötigtes sogenanntes Schweres Wasser herstellte.

Der erfolgreiche Angriff auf die Vemork-Anlage nahe der Stadt Rjukan war ein schwerer Schlag für die Atomwaffen-Ambitionen des NS-Regimes. Die Sabotageaktion wurde 1965 in dem Film "Kennwort 'Schweres Wasser'" mit Kirk Douglas in der Hauptrolle verfilmt. 2015 lief im norwegischen Fernsehen die Miniserie "Saboteure im Eis".

Rønneberg wurde nach dem Krieg Journalist. Über seine Erfahrungen als Widerstandskämpfer schwieg er lange Zeit. Ab den Siebzigerjahren trat er dann vor Jugendlichen auf, um für Frieden und Freiheit zu werben.

aar/AFP



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