Werdegang des Hamburger Ex-SPD-Politikers Der Fall des Johannes Kahrs

Laut Staatsanwaltschaft hat Johannes Kahrs in einem Bankschließfach eine sechsstellige Summe Bargeld gelagert. Es könnte Teil eines weiteren Skandals des Ex-Politikers sein – wie es dazu kam.
Johannes Kahrs 2019 bei einer Rede im Bundestag: Im Cum-ex-Skandal unter Druck

Johannes Kahrs 2019 bei einer Rede im Bundestag: Im Cum-ex-Skandal unter Druck

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Kay Nietfeld / picture alliance/dpa

Zwischen Olaf Scholz und Johannes Kahrs herrschte jahrelang Burgfrieden. In Hamburg galten beide als Rivalen, beide führten große SPD-Kreisverbände, beide stiegen in Berlin politisch hoch auf. Scholz ein wenig höher.

Der heutige Kanzler steht schon seit Längerem wegen des Cum-ex-Skandals unter Druck, als Erster Bürgermeister Hamburgs empfing er die Miteigentümer der Warburg-Bank, die eine Steuernachforderung in Millionenhöhe verhindern wollten. Kurz darauf verzichtete Hamburg zunächst auf die Zahlung, womit die Forderung erst mal als verjährt galt.

Im Zusammenhang mit einem Gerichtsurteil kam es schließlich doch zur Zahlung. Gegen Kahrs wird wegen dieses Cum-ex-Skandals sogar ermittelt. In Berlin verlor er den Kampf um den Posten des Wehrbeauftragten des Bundestags – und zog sich aus der Politik zurück. Nun wurde bekannt, dass in einem Banksafe des Ex-Politikers 214.800 Euro sowie 2400 US-Dollar gefunden wurden. Er selbst schweigt dazu.

Gerhard Schick, Vorstand der Bürgerbewegung Finanzwende, spricht dennoch bereits von einem Schließfach, das »dem Bundeskanzler noch gefährlich werden« kann. »Wenn das Bargeld mit Cum-ex zu tun hat, dann könnte Kahrs bereit sein, mit der Staatsanwaltschaft zu kooperieren und die Erinnerungslücken von Scholz füllen«, sagte der frühere Grünenpolitiker Schick dem SPIEGEL. »Die Fragezeichen hinsichtlich Cum-ex, der Hamburger SPD und letztlich dem Bundeskanzler werden immer größer.« Scholz bestreitet jede Einmischung und will Details nicht mehr zusammenbekommen. Von dem Bargeld will der Kanzler laut einem Sprecher nichts gewusst haben.

Klar ist: Der Cum-ex-Skandal ist nicht der erste Skandal innerhalb der Hamburger SPD rund um Johannes Kahrs. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« schrieb schon vor Jahren von einem »System Kahrs «, »Die Zeit« von einem »House of Kahrs «. Die wichtigsten Stationen und Affären des Ex-Politikers im Überblick:

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