Aus Solidarität mit Iranerinnen Juliette Binoche, Isabelle Huppert und Marion Cotillard schneiden sich die Haare ab

Berühmte Kulturschaffende aus Frankreich und Deutschland solidarisieren sich mit den Demonstrierenden in Iran. In einem Video und in einem offenen Brief sagen sie: Ihr seid nicht allein.

Die Schauspielerin Juliette Binoche hält ihre Haare nach oben, nimmt eine Schere und sagt »For Freedom« – »Für die Freiheit«. Dann fängt sie an zu schneiden. Das abgetrennte Haarbüschel hält sie vor die Kamera und es erklingt das Widerstandslied aller Widerstandslieder »Bella Ciao«. Und dann wird die Geschichte von Mahsa Amini erzählt: die 22-jährige Frau, die am 13. September in Teheran von der Sittenpolizei festgenommen worden war und drei Tage später starb.

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In dem Video, das Zehntausende User auf Social-Media-Plattformen teilen, sind mehr als 50 französische Schauspielerinnen und andere Prominente zu sehen, die es Binoche gleichtun und ihre Haare abschneiden. Auch die Schauspielerinnen Isabelle Adjani, Marion Cotillard, Charlotte Gainsbourg und Isabelle Huppert sind mit dabei. Ebenso sind die Sängerinnen Jane Birkin und Angèle zu sehen. Sie zeigen ihre Solidarität mit den Iranerinnen, die gegen die Repressionen in ihrer Heimat auf die Straße gehen und harte Strafen riskieren. Laut Abspann hat der französische Anwalt Richard Sedillot die Aktion initiiert.

Amini »wurde lediglich vorgeworfen, das Kopftuch nicht korrekt getragen zu haben«, heißt es in dem Video. »Sie starb, weil sie ein paar Haarsträhnen sehen ließ.«

In Deutschland haben sich mehr als 600 Kulturschaffende in einem offenen Brief  mit den Protestierenden in Iran solidarisiert. Darunter sind Iris Berben, Teresa Bücker, Carolin Emcke, Alexandra Maria Lara, Samira El Ouassil, Dmitrij Kapitelman, Ulrich Matthes und Jasmin Tabatabai.

In dem Brief, der auf Deutsch, Englisch, Farsi und Sorani verfasst ist, heißt es: »Der Ruf nach einer feministischen Revolution in Iran ist laut und deutlich. Wir sehen euren couragierten Widerstand, wir hören eure entschlossenen Stimmen. Wir bewundern euren Mut und euren Widerstand.«

Und weiter: »Voller Anteilnahme und Bewunderung verfolgen wir, wie diese historischen Proteste der 43 Jahre währenden Diktatur der ›Islamischen Republik‹ ein Ende setzen möchten. Die Restriktionen sind massiv, die Gewalt bedrohlich. Dennoch sind alle Altersgruppen, alle Klassen, alle Geschlechter vereint in diesem Befreiungskampf. Wir sehen, was ihr riskiert. Wir sehen die Opfer, die ihr bringt.«

Die Kulturschaffenden danken den Demonstrierenden für ihren Widerstand und Mut. »Wir werden euren Kampf begleiten.«

kha/AFP
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