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„Junge Menschen müssen selbst erleben, welchen Mehrwert Europa bietet“

Die Flüchtlingskrise, der Brexit und nun Corona haben die EU vor Herausforderungen gestellt, die noch viele Generationen beschäftigen werden. Viele junge Menschen bereiten sich schon heute darauf vor. Im Europäischen Jugendparlament suchen sie nach Lösungen für die Zukunft der Union, genau wie die Profis in Straßburg und Brüssel.
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Foto: Eike Phlak

Ein kurzfristig geplantes Auslandssemester in London, der spontane Road Trip nach Italien - für viele junge Europäer waren die Vorzüge und Errungenschaften der EU immer da. Sie wurden in eine Zeit hineingeboren, in der Europas Prinzipien wie Freizügigkeit, Frieden und Demokratie garantiert zu sein schienen. Doch in Krisen wie derzeit zeigt sich, dass um den Zusammenhalt zwischen den Ländern immer wieder gerungen werden muss. Nationale Alleingänge verhindern Einigungen und lassen mitunter daran zweifeln, ob alle Mitgliedsstaaten tatsächlich gemeinsamen Werten folgen.

Die Union zu stärken und für ihre Ziele einzustehen, ist somit immer auch eine Aufgabe für die junge Generation. Doch ein Engagement erfordert zunächst ein Verständnis für das System Europa. Das Europäische Jugendparlament in Deutschland arbeitet seit 30 Jahren daran, dieses Verständnis und die Auseinandersetzung junger Menschen mit der Europapolitik gezielt zu fördern. Der Verein gehört zum Dachverband des European Youth Parliament (EYP), einem Netzwerk, das aktuell in 40 Ländern vertreten ist.

Rund 30.000 Jugendliche aus ganz Europa nehmen jährlich an den diversen nationalen und internationalen Veranstaltungen des Jugendparlaments teil. "Wir möchten vermitteln wie die Union funktioniert und den kulturellen wie persönlichen Austausch über den gesamten Kontinent unterstützen. Junge Menschen müssen selbst erleben, welchen Mehrwert Europa bietet", sagt Tim Kniepkamp, Jurastudent, ehemaliger EYP-Parlamentarier und mittlerweile Vorstandsvorsitzender des Vereins.

Dajt 2019, Siebtes Internationales Forum des des EYP in Albanien

Dajt 2019, Siebtes Internationales Forum des des EYP in Albanien

Foto: Albania Aylin Alakbarli

Wer zu den internationalen Veranstaltungen in wechselnden europäischen Städten will, muss Einsatz zeigen. Zunächst können Jugendliche sich als Einzelpersonen oder Schuldelegation für den nationalen Auswahlprozess bewerben. Wer in der Erstrunde mit seinen Ausarbeitungen überzeugt, kommt in die regionale Auswahlsitzung. Die Gewinner der finalen Instanz auf nationaler Ebene dürfen Deutschland dann auf den internationalen Sitzungen repräsentieren.

Damit ein Gefühl für die Funktionsweise der EU entsteht, sind die Abläufe aller Veranstaltungen eng an die des Europäischen Parlaments angelehnt. Die Teilnehmer finden sich zunächst in der Ausschussarbeit zusammen. Es folgt eine Plenardebatte mit der Vorstellung der erarbeiteten Resolutionen. Manche Ansätze werden von den Schirmherren wie zum Beispiel Wolfgang Schäuble auch in das aktuelle politische Geschehen hineingetragen. "Letztlich ist es natürlich aber nur eine Simulation der Prozesse, da wir kein politisches Mandat haben", sagt der 23-jährige Kniepkamp. Um den Austausch mit den Politiktreibenden noch zu intensivieren, habe das EYP jedoch künftig auch Talks mit EU-Repräsentanten und anderen politischen Akteuren geplant.

Für die erfolgreiche Umsetzung seiner Veranstaltungen und Projekte ist das EYP selbst auf Förderung angewiesen. Eines der Fördermitglieder ist der Deutsche Sparkassen und Giroverband, der die jungen Parlamentarier bereits seit zehn Jahren unterstützt. "Das EYP hat einen wichtigen Bildungsauftrag. Hier erleben junge Menschen Europa nicht nur als politisches Konstrukt, sondern als demokratische Gesellschaft und als Vielfalt von Menschen, die der Wille eint, die Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam zu lösen", sagt Dr. Heike Kramer, Direktorin und Leiterin des Gesellschaftlichen Engagements beim DSGV.

Internationale Sitzung in Hamburg, September 2019

Internationale Sitzung in Hamburg, September 2019

Foto: Carolina Sandemann

Dass die Arbeit des Vereins und die Förderung durch Partner sich auszahlen, zeigen Daten, die das Europäische Jugendparlament selbst erhoben hat. Aus einer Befragung nach einer Veranstaltung in Hamburg ging hervor, dass 77% der Teilnehmer die Fülle und Diversität europäischer Gesellschaften besser verstanden hatten. Außerdem war ihr Interesse gestiegen, sich gesellschaftlich und politisch zu engagieren.

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