Kalifornien Krawalle nach tödlichen Schüssen auf jungen Schwarzen

Knüppel und Tränengas, wütende Demonstranten: Im kalifornischen Oakland ist es bei einer Gedenkveranstaltung für einen jungen Schwarzen zu schweren Krawallen gekommen. Der Mann war, bereits mit Handschellen gefesselt, von einem Polizisten erschossen worden.


Hamburg - Eine Protestaktion in Kalifornien gegen die Erschießung eines unbewaffneten schwarzen Mannes durch einen Polizisten hat in der Nacht zum Donnerstag schwere Krawalle ausgelöst.

Mehr als 100 Menschen wurden nach mehrstündigen Ausschreitungen in Oakland festgenommen, berichtete die Zeitung "San Francisco Chronicle". Mit Knüppeln und Tränengas gingen Polizeibeamte gegen die Demonstranten vor.

Die Aktion hatte zunächst friedlich mit einem Protestmarsch und einem Gedenkgottesdienst begonnen. Nach Einbruch der Dunkelheit kam es dann zu Krawallen, Fensterscheiben gingen zu Bruch, Autos wurden in Brand gesteckt.

Auslöser für die Proteste war die Erschießung eines unbewaffneten 22-jährigen Afroamerikaners namens Oscar Grant durch einen Polizisten am Neujahrstag in Oakland.

Der Mann war auf dem Rückweg von einer Silvesterfeier an einer U-Bahn-Station in eine Rauferei verwickelt gewesen. Die Polizei nahm mehrere Personen fest. Das Opfer lag bereits mit Handschellen gefesselt auf dem Boden, als einer der Beamten den tödlichen Schuss abgab, berichteten Augenzeugen. Er traf Grant in den Rücken.

Passanten nahmen den Vorfall mit Handy-Kameras auf. Die Videoaufzeichnungen wurden im Internet und in Nachrichtensendungen verbreitet. Gegen den 27 Jahre alten Polizisten wird ermittelt. Am Mittwoch, wenige Stunden vor Beginn der Unruhen, hatte er seinen Dienst quittiert. Für Donnerstag wurden weitere Proteste angekündigt.

Die randalierenden Demonstranten beschädigten in der Nacht zum Donnerstag offenbar auch Geschäfte von Schwarzen. Der "Chronicle" berichtet, das beispielsweise die Fenster des Friseurgeschäfts der Afroamerikanerin Leemu Topka eingeschmissen wurden. "Das hier ist unser Geschäft", habe die aufgebrachte Frau gerufen. "Nennt ihr das eine Protestaktion?"

Um erneute Ausschreitungen zu vermeiden, hat die Polizei einen verstärkten Einsatz in Oakland angekündigt.

pad/dpa



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