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Kalifornien: Die Zerstörung in Paradise

Foto: JOSH EDELSON/ AFP

Kaliforniens Feuerkatastrophe In Asche

In Kalifornien wüten die schlimmsten Waldbrände in der Geschichte des US-Bundesstaates. Viele Menschen starben, 250.000 sind ohne Obdach. Wegen unberechenbarer Winde könnten sich die Feuer weiter ausbreiten.

Mehr als 8000 Feuerwehrleute kämpfen im Norden und Süden Kaliforniens gegen die verheerenden Waldbrände an, die bereits Tausende Häuser zerstört haben. Die US-Wetterbehörde warnt nun vor "sehr kritischen" Wetterbedingungen, welche die Lage weiter verschlimmern könnten.

Für die nächsten Tage erwartet die Behörde im Süden Kaliforniens starke Winde in den Bergregionen. Zusammen mit dem ausbleibenden Regen und der geringen Luftfeuchtigkeit könnten die sogenannten Santa-Ana-Winde dazu führen, dass sich die Feuer weiter ausbreiten. "Die existierenden Feuer sind nicht unsere einzige Sorge", sagte der Leiter der Feuerwehr von Ventura County der "New York Times".

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Kalifornien: Die Zerstörung in Paradise

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Im Norden Kaliforniens würden die Winde laut der Wetterbehörde zwar abnehmen, die Trockenheit könne jedoch auch dort den Ausbruch von neuen Feuern begünstigen - die sich dann sehr schnell verbreiten könnten.

Der Chef der Feuerwehr des Landkreises Los Angeles, Daryl Osby, rechnet mit Hunderten weiteren zerstörten Häusern. Bisher seien 370 gezählt worden. Derzeit können etwa 250.000 Menschen nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Feuerwehr hat Zehntausende Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. "Ihr Haus kann wieder aufgebaut werden, aber niemand kann Ihnen Ihr Leben zurückbringen", sagte Osby.

"Es wird noch viel schlimmer werden" - Kaliforniens Gouverneur im Video:

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In Butte County wurden laut Feuerwehr bislang 42 Tote geborgen, die meisten in dem Ort Paradise. Viele der Leichen waren in ausgebrannten Autos oder Häusern gefunden worden. Allein in Paradise sollen 6700 Häuser abgebrannt sein. Das in der Gegend wütende "Camp Fire" ist dem örtlichen Sheriff zufolge inzwischen der Waldbrand mit den meisten Todesopfern in der Geschichte Kaliforniens.

Von einem Waldbrand betroffen ist auch der Küstenort Malibu. Dort wurden offiziellen Angaben zufolge zwei Menschen tot aufgefunden. Zudem verloren zahlreiche Prominente ihre Anwesen - darunter Thomas Gottschalk, Gerard Butler und Miley Cyrus.

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Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown wehrte sich unterdessen gegen einen Tweet von Donald Trump, in dem der US-Präsident den Behörden unvernünftiges Forstmanagement vorwarf. Zuvor hatte Trump nach harscher Kritik an einer ähnlichen Aussage den Feuerwehrleuten und Betroffenen noch sein Mitgefühl ausgesprochen. "Die Zerstörung ist katastrophal. Gott schütze alle", schrieb er. Auch Amtsvorgänger Barack Obama hatte sich geäußert: Er und seine Frau Michelle seien todunglücklich, schrieb Obama auf Twitter.

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Kalifornien wird von den politischen Gegnern Trumps, den Demokraten, regiert. Gouverneur Brown widersprach Trumps Aussage zum Missmanagement und gab stattdessen dem Klimawandel schuld an den Bränden. "Katastrophen wie diese wird es in Zukunft öfter geben. Und das ist erst der Anfang. Es wird noch viel schlimmer werden", sagte Brown in einer Pressekonferenz.

Die Betroffenen der verheerenden Brände sollen finanzielle Unterstützung vom Bund bekommen. Das entschied Trump am Montag, wie das Weiße Haus am Abend mitteilte. Unter anderem können demnach Menschen, deren Häuser oder Geschäfte abgebrannt sind, finanzielle Hilfen des Bundes beantragen - etwa um eine vorübergehende Unterkunft oder Reparaturen zu bezahlen. Die Unterstützung solle Aufbauhilfen des Bundesstaates und Hilfen auf lokaler Ebene ergänzen, hieß es.

kko/AP
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