Kampagne Dubai geht gegen "unanständige" Transvestiten vor

Im Golfemirat Dubai bleibt die westliche Sexualmoral verpönt - und wird nach Kräften bekämpft. Transvestiten sollen in Zukunft für ihr "unanständiges Verhalten" gerichtlich belangt werden.

Dubai - Wie die Zeitung "Gulf News" am Montag berichtet, droht Transvestiten, die auf der Straße aufgegriffen werden, im Rahmen einer neuen "Fünf-Tage-Kampagne" die Festnahme. Generalleutnant Dahi Khalfan Tamim erklärte dem Blatt zufolge, Transvestiten seien in der Vergangenheit häufiger in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen - auch in Einkaufszentren. Dies entspreche nicht den gesellschaftlichen Traditionen und Werten der Vereinigten Arabischen Emirate, schreibt "Gulf News".

Unter dem Motto "Unsere gesellschaftlichen Werte sind wertvoll ... lasst sie uns verteidigen" will die Polizei nun hart gegen Cross-Dresser vorgehen. Wer sich kleide und benehme wie ein Angehöriger des anderen Geschlechts müsse mit einer Anklage wegen "unanständigen Verhaltens in der Öffentlichkeit" rechnen, hieß es. Dies gelte sowohl für Männer als auch für Frauen.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Gericht in dem arabischen Golfemirat Dubai zwei Ausländerinnen zu jeweils einem Monat Haft verurteilt, weil sie einander an einem Strand geküsst und berührt haben sollen. Die 30 Jahre alte Libanesin und die 36 Jahre alte Bulgarin sollen nach der Verbüßung ihrer Haftstrafen abgeschoben werden.

Prostitution ist in dem Emirat offiziell verboten, wird aber geduldet. Ein Großteil der Frauen, die in Dubai von käuflicher Liebe leben, stammt aus Russland und Asien.

ala/dpa