Sicherheitsgurt nicht auf Französisch beschriftet Air Canada muss frankophonem Paar Entschädigung zahlen

"Lift": Weil Air Canada Sicherheitsgurte nur auf Englisch beschriftete, klagte ein frankophones Paar. Ein Gericht sprach den Eheleuten nun mehr als 20.000 Dollar Entschädigung zu.

Air-Canada-Flugzeuge in Toronto: 22 Beschwerden gegen die Fluggesellschaft
REUTERS/Chris Helgren/File Photo/File Photo

Air-Canada-Flugzeuge in Toronto: 22 Beschwerden gegen die Fluggesellschaft


Englisch gilt als Weltsprache, erst recht in der Luftfahrt. Doch in Kanada fühlen sich davon frankophone Teile der Bevölkerung diskriminiert. Welche Folgen das haben kann, hat nun Air Canada erfahren. Da die Fluggesellschaft wiederholt gegen das bilinguale Prinzip des Landes verstoßen hat, verurteile ein Gericht das Unternehmen nun zu einer Strafzahlung, wie unter anderem der Sender CBC berichtete.

Geklagt hatte den Gerichtsunterlagen zufolge ein Ehepaar aus Ottawa, unter anderem weil der Mechanismus des Sicherheitsgurts nur durch die englischsprachige Beschriftung "lift" und nicht auch durch ein französisches Pendant gekennzeichnet war. Das Bundesgericht verurteilte die Fluggesellschaft laut CBC deshalb nun zur Zahlung von 21.000 kanadischen Dollar, umgerechnet etwa rund 14.000 Euro.

"Sehr zufrieden" mit Urteil

Das Paar hatte laut CBC 2016 bei einem Beauftragten für Amtssprachen 22 Beschwerden eingereicht. Auch die Größe der englischen Beschriftung der Notausgänge war für sie laut dem Bericht ein Unding, Air Canada verletze systematisch die Rechte der frankophonen Bevölkerung.

Nach dem Urteil sagte Michel Thibodeau dem Sender CBC, dass er und seine Frau mit dem Ergebnis "sehr zufrieden" seien. In Kanada seien die Sprachrechte geschützt - Beschilderung und Beschriftung müssten von gleicher Qualität sein. Air Canada wies Verstöße zurück, konnte das Gericht jedoch nicht überzeugen. Trotz des Streits über die Diskriminierung will das Paar weiter mit Air Canada fliegen.

apr

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