Toxischer Name Kanadische Stadt Asbestos wird umbenannt

Dieser Schritt soll die Zukunft der Stadt sichern: Der Ort Asbestos in Kanada wird nach einem Referendum umbenannt - in Val-des-Sources.
Mine in kanadischer Stadt Asbestos: 2011 geschlossen

Mine in kanadischer Stadt Asbestos: 2011 geschlossen

Foto: ERIC THOMAS / AFP

Aus Asbestos wird Val-des-Sources, Tal der Quellen. Die kanadische Stadt, die übersetzt Asbest heißt, soll nach einem Referendum seiner Bevölkerung umbenannt werden. Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer der Befragung entschieden sich für den neuen Namen, wie Bürgermeister Hugues Grimard via Facebook mitteilte.

Zuvor hatten Ratsmitglieder der Stadt in der Provinz Quebec den Prozess der Namensfindung angestoßen. Sie begründeten dies mit den daraus resultierenden Vorteilen für künftige Generationen und erstellten eine Liste mit sechs Alternativen.

Ihrer Ansicht nach führte der Name Asbestos dazu, dass sich keine Investoren für den Ort fanden und er demnach wirtschaftsschädigend war. Mindestens vier Unternehmen hätten ihm mitgeteilt, sie seien gewillt, hier zu investieren, wenn die Stadt nicht Asbestos heißen würde, hatte Bürgermeister Grimard Anfang des Jahres erklärt. Ein Unterstützer der Kampagne sagte, junge Menschen und Unternehmer sollten sich nicht schämen zu sagen, dass sie aus dieser Stadt stammten.

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Insgesamt fanden in den vergangenen Monaten drei Umfragen statt, nach denen jeweils der Name mit den wenigsten Stimmen aus dem Rennen genommen wurde, wie kanadische Medien berichteten . Bei der dritten und letzten Umfrage mit den finalen vier Vorschlägen setzte sich Val-des-Sources gegen Trois-Lacs, Larochelle und Jeffrey-sur-le-Lac durch. Die Kosten für die Namensänderung werden auf umgerechnet knapp 70.000 Euro geschätzt.

Der etwa 150 Kilometer östlich von Montreal gelegene Ort mit heute rund 7000 Einwohnern war ursprünglich benannt nach den Mineralen, die dort seit dem späten 19. Jahrhundert abgebaut wurden. Jahrzehntelang wurde hier ein Großteil des in der Welt verarbeiteten Asbests produziert, das mittlerweile in vielen Ländern wegen seiner Gesundheitsgefahren verboten ist. 2011 wurde die Mine geschlossen - seitdem ist die Stadt wirtschaftlich angeschlagen.

wit/dpa
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