Kanzler zur Gleichberechtigung Schröder, der Frauenversteher

Im Interview mit einer Frauenzeitschrift beichtet Bundeskanzler Gerhard Schröder, er habe Gleichberechtigung erst mühsam lernen müssen. Frauen bewundere er wegen um ihrer ganz besonderen Möglichkeiten, mit zwischenmenschlichen Krisensituationen fertig zu werden.




Hamburg - "Dass Arbeitsteilung im Haushalt etwas ist, was man innerlich annehmen muss, das habe ich lernen müssen - durch meine eigene Entwicklung, aber auch durch den Einfluss von Frauen, die mir wichtig waren", sagte Schröder der "Brigitte" laut einer Vorabveröffentlichung vom Samstag.

Zunächst sei sein Rollenverständnis durch die Erziehung seiner Mutter geprägt gewesen, sagte Schröder: "Für sie war völlig klar: Meine Schwestern hatten im Haushalt zu helfen, die Jungs nicht." Der Bundeskanzler fügte hinzu: "Gut, wir mussten Rüben verziehen und bei der Ernte helfen." Gegenwärtig könne von Arbeitsteilung im Haushalt, aber auch bei der Kinderbetreuung bei ihm aber keine Rede sein.

"Wenn ich Ihnen versuchte weiszumachen, dass sich der Herr Bundeskanzler, wenn er in Hannover ist, speziell mit Hausarbeit beschäftigt, wäre das gelogen... Die wenige Zeit, die wir miteinander haben, verbringen wir nicht mit gemeinsamer Arbeit im Haushalt. Auch die Betreuung unserer Kinder ist nicht wirklich geteilt."

Auf die Frage, worum er Frauen beneide, antwortete Schröder (SPD): "Man kann sie wohl beneiden um ihre ganz besonderen Möglichkeiten, mit zwischenmenschlichen Krisensituationen fertig zu werden. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Frauen geübter sind, Schwierigkeiten im täglichen Leben zu regeln. Das gilt nicht für die Politik - damit ich da nicht missverstanden werde."



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