Karneval Brasilien feiert größte Party der Welt

Die Riesenfete hat begonnen: Mit Paraden im ganzen Land ist der Karneval in Brasilien gestartet. Millionen Menschen, darunter Hunderttausende Touristen, feiern auf den Straßen und folgen den prachtvollen Paraden.

Rio de Janeiro - Zur Eröffnung des Karnevals zogen 40.000 kostümierte Kinder am Freitagabend (Ortszeit) durch die Straßen von Rio de Janeiro. Mehr als 200.000 ausländische Touristen mischten sich unter die Millionen Brasilianer, die ausgelassen zu den Rhythmen der Straßenbands tanzten. Höhepunkt ist der Umzug der Sambaschulen, der am Sonntag und Montag im Sambodrom im Herzen der Millionenstadt seinen Abschluss findet. In ihren farbenfrohen und knappen Kostümen konkurrieren die Tänzerinnen und Trommler um die Auszeichnungen der strengen Jury für die besten Darbietungen und Choreografien.

Angesichts erfreulicher Wirtschaftsdaten in Brasilien ist den Menschen in dem südamerikanischen Land in diesem Jahr besonders zum Feiern zumute. Trotz der Finanzkrise in anderen Teilen der Welt wurde der brasilianischen Wirtschaft ein Wachstum von 4,5 Prozent vorhergesagt. Auch die für brasilianische Verhältnisse seit 2003 stark gesunkene Mordrate hat sich positiv auf das allgemeine Befinden ausgewirkt.

Überschattet werden die tollen Tage nur von einem Streit zwischen Polizei und Behörden. Am Freitag hatten Polizisten gegen ihre schlechten Arbeitsbedingungen protestiert und am Strand Copacabana 586 Kreuze aufgestellt. Jedes steht für einen der seit 2004 im Dienst umgekommenen Militärpolizisten der Millionenmetropole. "586 Tote für weniger als 30 Real pro Tag" stand auf einem Transparent - in Anspielung auf das niedrige Gehalt von umgerechnet rund zehn Euro pro Tag. Die Polizei hat während des Karnevals besonders viel zu tun. Allein im Sambodrom und an den touristischen Anziehungspunkten sollen 9700 Militärpolizisten eingesetzt werden.

Die Regierung lässt während der Karnevalstage landesweit die Rekordmenge von 19,5 Millionen Kondomen gegen ungewollte Schwangerschaften verteilen. Der Verkauf von Alkohol wurde immerhin auf den Bundesstra0en verboten. In den Städten verkaufen die allermeisten fliegenden Händler weiterhin alkoholische Getränke.

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte seine Landsleute aufgefordert, "verantwortungsvoll" zu feiern und nichts zu tun, "was sie nicht auch sonst tun, wenn sie Spaß haben".

mbe/AFP

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