Digitale Eröffnung wegen Corona-Pandemie Karnevalisten starten per Livestream

Am 11. November beginnt die närrische Zeit, doch wegen der Pandemie sind Veranstaltungen abgesagt. Daher fällt der Karnevalsstartschuss digital – ein Aufruf zum Feiern soll das aber nicht sein.
Karnevalisten im Februar: Wegen Corona sind Veranstaltungen und Straßenumzüge mit vielen Menschen für die Session 2020/21 abgesagt

Karnevalisten im Februar: Wegen Corona sind Veranstaltungen und Straßenumzüge mit vielen Menschen für die Session 2020/21 abgesagt

Foto: Fabian Strauch/ dpa

Wegen der Corona-Pandemie fällt närrisches Feiern auf Plätzen und Straßen zum Start in die neue Karnevalssession aus. Als Ersatz dafür lädt der Bund Deutscher Karneval (BDK) zur bundesweit ersten digitalen Eröffnung der Session ein – rund um den offiziellen Startschuss um 11.11 Uhr.

"Wir wollen in diesen Zeiten trotzdem präsent sein und die Freude in die Wohnzimmer bringen", sagte BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess in Bexbach. Es sei aber kein Aufruf zum Partymachen. "Die Leute sollen zu Hause bleiben und nicht rausgehen."

Über einen Livestream, der im Internet unter anderem über die Seite Karnevaldeutschland.de  (ab 10.45 Uhr) zu sehen sein wird, werde ein buntes Programm geboten: Unter anderem soll ein neues Musikvideo mit einem speziellen BDK-Song "Die längste Polonaise auf der Welt", bei der jeder 1,50 Meter Abstand hält, präsentiert werden. Zudem gibt es Videobotschaften, eine Talkrunde und Witziges: "Wir wollen die Menschen aus dem Alltag herausreißen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Wir lachen durch die Pandemie zu wenig", sagte Fess.

Der Start in die "fünfte Jahreszeit" gehe in diesem Jahr eben anders. "Wir zeigen neue Formate." Neben dem saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) und der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) werde auch BDK-Sonderbotschafterin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) mit einer Videobotschaft dabei sein, kündigte Fess an.

Der BDK zählt bundesweit rund 2,6 Millionen Mitglieder in mehr als 5300 Vereinen und Zünften. Wegen Corona sind Veranstaltungen mit vielen Menschen für die Session 2020/21 aber abgesagt. Karneval, wie "wir ihn in den letzten Jahren erlebt haben, wird es in allen 16 Bundesländern so nicht geben", sagte der Präsident. Das heiße aber trotz allem nicht, dass der Fasching oder Karneval ausgesetzt sei. "Er wird andere Formen finden müssen", sagte Fess. In alternativen kleineren Formaten oder eben digital.

Alkoholverbot in Köln

Ende Oktober hatte auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker klargestellt, dass der Auftakt am 11. November in ihrer Stadt wegen der Corona-Pandemie ausfallen müsse. Die parteilose Politikerin verkündete für diesen Tag ein Alkoholverbot in der Karnevalshochburg und richtete einen Appell an die Bürger: "Bleibt bitte alle zu Hause. Feiert auch zu Hause nicht."

Normalerweise wird der Karneval in Köln von vielen Tausend Menschen gefeiert, zahllose Feiernde reisen auch aus anderen Städten und dem Ausland an.

sen/dpa
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