Neue Tierschutzrichtlinie NRW führt Gewichtsgrenzen für Reiter an Karneval ein

Handyverbot am Zügel, Dopingtests für Tiere, Abstandsregeln für Blaskapellen: In Nordrhein-Westfalen gibt es eine neue Tierschutzrichtlinie für Pferde an Karneval. Das Papier hat es in sich.
Berittene Karnevalistin in Köln (Archivbild): "Das Gewicht darf nicht mehr als 15 Prozent des Pferdegewichtes betragen"

Berittene Karnevalistin in Köln (Archivbild): "Das Gewicht darf nicht mehr als 15 Prozent des Pferdegewichtes betragen"

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa

Das Land Nordrhein-Westfalen reagiert auf Debatten über Pferde in Karnevalsumzügen: Das Landesumweltministerium hat neue Leitlinien für Behörden und Vereine erstellen lassen, die "einen größtmöglichen Schutz der Pferde und der Sicherheit von Beteiligten und Zuschauern" gewährleisten sollen. Dazu gehören ein Handyverbot, Dopingkontrollen und ein Verbot von übergewichtigen Reitern.

In den vorläufigen Richtlinien , die nach der diesjährigen Karnevalssession bewertet werden sollen, heißt es unter anderem: "Der Konsum von Alkohol und anderen Drogen vor und während der Veranstaltung ist für alle mit den Pferden befassten Personen ausnahmslos untersagt." Auch Rauchen und Handynutzung sind demzufolge verboten. Die Tiere müssen laut Richtlinie gesund und auf einen Umzug vorbereitet sein. Ein Dopingverbot werde "stichprobenartig kontrolliert".

Die Reiter müssen Praxis nachweisen, den Deutschen Reitpass besitzen und ein "geeignetes Verhältnis" zur Konstitution des Pferdes haben: "Das Gewicht Reitender darf nicht mehr als 15 Prozent des Pferdegewichts betragen." Zudem muss es Ausweichmöglichkeiten für Pferde und Kutschen geben, um Engstellen zu vermeiden. Ein Tierarzt soll innerhalb von zehn Minuten beim Pferd sein. Die Positionierung vor oder hinter einer Musikkapelle ist untersagt.

Nach einem Unfall mit Kutschpferden beim Kölner Rosenmontagszug hatte das Umweltministerium 2018 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Basierend auf ihren Empfehlungen wurden die Leitlinien gestaltet. Sie sollen laut Ministerium nach der Session mit den Vereinen unter anderem bezüglich ihrer Praxistauglichkeit bewertet werden.

mxw/dpa