Angeblicher Chemieunfall Katastrophenschutzübung löst Panik in Sibirien aus

Eine giftige Wolke, die sich auf ein 600.000-Einwohner-Dorf zu bewegt: Die Meldung des Katastrophenschutzministeriums hat in Sibirien Panik ausgelöst. Dabei handelte es sich nur um eine Übung.

Tjumen - Das Szenario ist erschreckend: Die örtliche Vertretung des Katastrophenschutzministeriums in der Region Tjumen berichtete am Morgen auf ihrer Website über einen Chloraustritt in einem Wassertank. 55 Menschen seien dabei getötet und weitere 163 verletzt worden. Sofort griffen zahlreiche russische Medien die vermeintliche Nachricht auf .Erst nach einiger Zeit erklärte das Ministerium, dass es sich lediglich um das Szenario einer Notfallübung handelte.

In der Meldung auf der Ministeriums-Website hieß es weiter, es habe sich eine giftige Wolke gebildet, die sich auf das Zentrum der 600.000-Einwohner-Stadt in Sibirien zubewegte. Die Lokalredaktion der Zeitung "Komsolmoskaja Prawda" wurde daraufhin nach eigenen Angaben von Anrufen besorgter Einwohner überschwemmt, "die dachten, dass etwas Schlimmes passiert ist".

Ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums räumte inzwischen ein, die Meldung zu der Übung sei "schlecht formuliert" gewesen. "Nach einer derartigen 'Übung' mit ihrem Szenario von 55 erfundenen Toten könnte es 55 echte Tote geben, die an Herzinfarkt gestorben sind", kommentierte der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny ironisch auf Twitter.

vks/AFP
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