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21. Februar 2015, 09:17 Uhr

Katholische Kirche

Diese Bistümer wollen ihr Vermögen offenlegen

Die katholische Kirche in Deutschland gibt sich transparent: Nach SPIEGEL-Informationen wollen 15 Bistümer demnächst ihre Finanzen veröffentlichen - und damit dem Beispiel Kölns folgen.

Hamburg - Nach der Transparenzoffensive des Erzbistums Köln, das am Mittwoch erstmals sein Milliardenvermögen offenlegte, wollen 15 weitere deutsche Diözesen nachziehen. Das ergab eine SPIEGEL-Umfrage bei den 26 übrigen Erzbistümern und Bistümern.

Demnach wollen Aachen, Dresden, Erfurt, Görlitz, Hamburg, Freiburg, Fulda, Magdeburg und Paderborn noch in diesem Jahr Zahlen vorlegen. 2016 wollen dann München und Passau folgen, Eichstätt 2017. In Rottenburg-Stuttgart brauche "die Bewertung der Immobilien noch Zeit", ebenso in Münster. Auch Regensburg kündigte an, die Vermögensverhältnisse zu publizieren - sobald eine Umstellung des Bilanzierungssystems abgeschlossen sei.

Andere Diözesen publizieren ihre Vermögen bereits mehr oder weniger detailliert – darunter Augsburg, Bamberg, Berlin, Essen, Hildesheim, Limburg, Mainz und Trier. In Limburg sollte so nach der Finanzaffäre um den früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst verlorenes Vertrauen zurückgewonnen werden. Papst Franziskus hatte Tebartz-van Elst Ende März 2014 unter anderem wegen der Kostenexplosion beim Bau des neuen Amtssitzes in Limburg abberufen.

Besonders transparent zeigen sich die Diözesen Osnabrück und Speyer: Sie schlüsseln ihren Besitz getrennt nach Bistum, Bischöflichem Stuhl, Domkapitel und Versorgungskassen auf. Für 2013 kam Speyer auf eine Gesamtsumme von rund 445 Millionen Euro, Osnabrück auf etwa 287 Millionen Euro.

Auch Würzburg publizierte bereits Angaben zu Vermögenswerten der Diözese, des Bischöflichen Stuhls und weiterer Rechtsträger. Die Diözese gab jedoch an, dass eine Bezifferung des gesamten kirchlichen Vermögens im Bistum nicht möglich sei, da in dessen über tausendjähriger Geschichte an die 2000 eigenständige Rechtsträger - darunter knapp 900 Kirchenstiftungen - entstanden seien.

Als der SPIEGEL 2010 schon einmal nach den Vermögenswerten fragte, verweigerten 25 von 27 Diözesen die Auskunft.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes fehlten die Angaben der Diözesen Erfurt und Regensburg. Diese wurden ergänzt. Die Angaben der Diözese Würzburg wurden präzisiert.

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