Tebartz-van Elst Katholiken rebellieren gegen Limburger Bischof

"Die Bistumsleitung muss umgehend einen anderen Weg einschlagen": In einem offenen Brief haben Frankfurter Katholiken den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kritisiert. Das Schreiben wurde am Ende eines Gottesdienstes im Frankfurter Dom verlesen - unter Beifall.

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (Archiv): Kritik in offenem Brief
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Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (Archiv): Kritik in offenem Brief


Frankfurt/Main - In Frankfurt formiert sich Protest gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. In einem offenen Brief kritisieren die Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken sowie Priester und Laien die Führung des Bistums unter dem Geistlichen. "Die Bistumsleitung muss umgehend einen anderen Weg einschlagen", heißt es in dem Schreiben. "Mit großer Sorge" sehe man, dass sich die Vertrauenskrise im Bistum Limburg immer weiter zuspitze. Die Sorge um das Bistum gebiete es, "Fehlentwicklungen zu benennen und auf Änderung hinzuwirken".

Der Brief wurde am Sonntag am Ende des Festgottesdienstes zum Stadtkirchenfest im Frankfurter Dom verlesen. Anschließend brandete Beifall auf. Das Schreiben sei auch in andere Städte des Bistums versandt worden, sagte eine Sprecherin der Frankfurter katholischen Stadtkirche. Bis zum frühen Nachmittag hätten bereits 500 Gläubige den Brief unterzeichnet, heißt es in einer Mitteilung.

Der Brief gilt als Zeichen der Solidarität mit dem Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz, einem Kritiker des Bischofs. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hatte der Dekan Äußerungen des Bischofs als Aufforderung zum Rücktritt verstanden. Das Bistum weist diese Interpretation zurück.

Bischof Tebartz-van Elst steht seit längerem wegen seines Führungsstils und angeblicher Verschwendung in der Kritik. Viel Wirbel machte sein Flug erster Klasse nach Indien im vergangenen Jahr, den er zwischenzeitlich bestritt und dann doch einräumen musste.

hut/dpa



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