Chef der Bischofskonferenz Bätzing strebt Segen homosexueller Paare an

»Das ist die neue Bewegung«: Der Vorsitzende der Bischofskonferenz Bätzing fordert mehr Rechte für Homosexuelle in der katholischen Kirche.
Georg Bätzing (Archiv): »Aha, es bewegt sich etwas in der Kirche«

Georg Bätzing (Archiv): »Aha, es bewegt sich etwas in der Kirche«

Foto: Peter Hartenfelser / Hartenfelser / imago images

Georg Bätzing will sich für homosexuelle Paare einsetzen. »Ich möchte, dass wir ihnen den Segen Gottes schenken«, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Samstag beim Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main.

Er hoffe, dies könne im Rahmen des derzeit laufenden Reformprozesses der katholischen Kirche in Deutschland erreicht werden, des Synodalen Wegs. »Dann würden Menschen von außen merken: Aha, es bewegt sich etwas in der Kirche.«

Im März hatte die Glaubenskongregation des Vatikans klargestellt, dass es unzulässig sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen. Im deutschsprachigen Raum protestierten daraufhin zahlreiche katholische Verbände und über 280 Theologieprofessoren.

Am vergangenen Sonntag und Montag fanden als Reaktion auf das Nein des Vatikans bundesweit Segnungsgottesdienste auch für homosexuelle Paare statt.

Die Segnungsgottesdienste sehe er kritisch, sagte Bätzing. Sie hätten etwas Provokatives gehabt. Im Übrigen habe auch er sich aber sehr deutlich gegen das Verbot des Vatikans positioniert und dies nach Rom kommuniziert.

Segnungen fänden vielfach schon statt. Der Schritt, um den es jetzt gehe, sei, dass die Segnungen aus dem Geheimen und rein Privaten herauskommen und öffentlich gemacht werden sollten.

»Das ist genau die neue Bewegung. Bislang haben wir das nicht, das ist untersagt, und genau das braucht es, glaube ich: einen Schritt nach vorne«, sagte Bätzing.

jpz/dpa