Katholische Kirche So läuft der Rücktritt eines Bischofs

Der Rücktritt eines Bischofs ist eine komplizierte Angelegenheit - und formal sogar unmöglich. Er kann dem Papst lediglich seinen Amtsverzicht anbieten. Dann greift der Codex des Kanonischen Rechts.


Hamburg - Ein Bischof der römisch-katholischen Kirche kann nicht selbst von seinem Amt zurücktreten. Laut Kirchenrecht kann er dem Papst lediglich seinen Amtsverzicht anbieten. Und selbst wenn das Gesuch vom Heiligen Vater angenommen wird, behält der Betreffende den Titel eines Bischofs. Denn die Bischofsweihe als Sakrament gilt als unumkehrbar. Aus einem Diözesanbischof als Vorsteher eines Bistums wird dann aber ein Titularbischof.

Geregelt ist das Prozedere eines Rücktritts im 1983 von Papst Johannes Paul II. erneuerten Codex des Kanonischen Rechts (Codex Iuris Canonici, CIC). Darin wird in Can 401 Paragraf 1 ein Diözesanbischof gebeten, nach Vollendung seines 75. Lebensjahres dem Papst seinen Amtsverzicht anzubieten.

"Nachdrücklich gebeten" wird ein Bischof um das Angebot seines Amtsverzichts, wenn er "wegen seiner angegriffenen Gesundheit oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund" seine Amtsgeschäfte nicht mehr wahrnehmen kann (Can 401 Paragraf 2). Liegt ein schwerwiegender Grund vor, kann ein Bischof auch gegen seinen Willen versetzt werden.

Das Kirchenrecht kennt zudem die Amtsenthebung. Gemäß Can 193 kann eines "auf unbestimmte Zeit übertragenen Kirchenamtes" enthoben werden, wer den Klerikerstand verloren hat, vom katholischen Glauben öffentlich abgefallen ist oder wer eine Eheschließung versucht hat.

wit/dpa



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