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Tier als Bürgermeister: Die Ehrenkatze

Foto: Sandy Bubar/ AP

Vierbeiniger Bürgermeister gestorben Katzenjammer

Die Bevölkerung von Talkeetna in Alaska trauert um Ehrenbürgermeister Stubbs: einen Kater. Das Tier wurde 1998 als Einjähriger ins Amt gewählt - und erarbeitete sich daraufhin weltweiten Ruhm.

Die Abschiedsworte der Angehörigen sind an Stolz und Pathos kaum zu übertreffen. "Er war ein Kämpfer bis zum letzten Tag seines Lebens", heißt es da, und: "Danke, Stubbs, dass du für die vergangenen 31 Monate in unser Leben getreten bist. Du bist eine bemerkenswerte Katze, und wir werden dich sehr vermissen. Wir haben die Zeit genossen, die wir mit dir verbringen durften."

Der niedliche Brief trauriger Haustierbesitzer? Von wegen: Diese Zeilen sind ein Nachruf auf den Bürgermeister von Talkeetna im US-Bundesstaat Alaska. Denn da sich für diese Position kein menschlicher Amtsträger finden ließ, war zuletzt eben ein Kater Stadtoberhaupt - oder, wie es offiziell heißt: Honorary Feline Mayor, also Katzenehrenbürgermeister.

Mit dessen Tod endet in Talkeetna nahe dem Denali National Park eine kuriose Ära. Denn selbstverständlich war Stubbs doch mehr Katze als Bürgermeister, wie aus dem Nachruf seiner Familie hervorgeht: "Er maunzte uns an, um auf dem Bett gestreichelt zu werden oder um stundenlang im Schoß zu kuscheln und zu schnurren."

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Tier als Bürgermeister: Die Ehrenkatze

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Stubbs hatte dabei reichlich Gelegenheit zum Kuscheln und Schnurren: Er wurde 20 Jahre und drei Monate alt - das ist selbst für einen in menschlicher Obhut lebenden Kater ein stattliches Alter. Wie der Sender KTVA-TV berichtet , entschlief der greise Bürgermeister sanft. Am Donnerstag sei er abends eingeschlafen und tags darauf nicht wieder aufgewacht.

Noch beachtlicher als die Lebensdauer ist die Amtszeit der Katze: Das 1997 geborene Tier wurde bereits 1998 von den Einwohnern des 900-Seelen-Orts zum Bürgermeister gewählt, seitdem hatte Stubbs 19 Jahre lang regiert. Er überlebte unter anderem die brutale Attacke eines Hundes im Jahr 2013 sowie die Falschmeldung über seinen Tod im vergangenen Jahr. Zuletzt lebte er zurückgezogen in der Wohnung seiner Besitzer und verließ kaum noch das Haus.

Für die nun drängende Frage der Nachfolge deutet sich offenbar bereits eine Lösung an - selbstverständlich in der tierischen Tradition von Talkeetna: Das Kätzchen Denali biete sich aufgrund seiner Persönlichkeit als künftiger Bürgermeister an, schreiben Stubbs' Besitzer. "Er liebt die Aufmerksamkeit und verhält sich in Gesellschaft von Menschen wie ein junger Hund", heißt es in der Mitteilung: "Er ist wirklich in jeder Hinsicht in Stubbs' Fußstapfen getreten."

mxw/AP/Reuters