Kenianische Ehemänner Hungerstreik der Misshandelten

Tausende Männer werden in Kenia jährlich von ihren Ehefrauen misshandelt, wie die Organisation "Entwicklung für Männer" berichtet. Im nationalen Fernsehen rufen die Aktivisten nun zum Streik auf: Die Opfer sollen das Essen boykottieren, das ihre Frauen zubereiten.

Hamburg - Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Kenia schreitet immer weiter voran, nicht zuletzt dank zahlreicher Initiativen der Regierung des ostafrikanischen Landes. Glaubt man der kenianischen Männer-Organisation "Maendeleo Ya Wanaume" (Entwicklung für Männer), hat diese Entwicklung allerdings auch Nachteile. Die zunehmende finanzielle Unabhängigkeit der Frauen sorge für vermehrten Streit zwischen den Ehegatten - der mitunter in Gewalt gegen die Männer endet.

In einer Studie fanden die Aktivisten heraus: Im vergangenen Jahr gaben 4600 Kenianer in der Umgebung der Hauptstadt Nairobi an, von ihren Frauen geschlagen und misshandelt worden zu sein. Die Organisation wirft der kenianischen Regierung vor, diese häusliche Gewalt gegen Männer nicht ernst zu nehmen.

Um dagegen zu protestieren, hat die Gruppe den Misshandelten zum Streik geraten. Sie sollten das von ihren Frauen zubereitete Essen nicht mehr anrühren, empfahl die Gruppe im nationalen Fernsehen . Eine genaue Erklärung über die erhofften Konsequenzen des Hungerstreiks liefert der Beitrag jedoch nicht.

Die Organisation hat inzwischen eine eigene Facebook-Seite , erstellt von Edward Fondo. Als Aufgabe ist dort angegeben: "Kampf gegen Misshandlung durch Frauen."

aar/dpa
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