Schreibfehler bei "Jeopardy" "Jeder wusste, was er gemeint hat"

Es war die letzte Frage bei "Jeopardy" und Achtklässler Thomas Hurley III. wusste die Lösung - doch es nutzte nichts. Wegen eines Rechtschreibfehlers ließ der Moderator die Antwort nicht gelten. Im Netz streiten die Zuschauer: War die Entscheidung richtig?

Screenshot aus "Jeopardy"-Sendung: Aufregung wegen Schreibfehler
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Screenshot aus "Jeopardy"-Sendung: Aufregung wegen Schreibfehler


Hamburg - Gewonnen hätte Thomas Hurley III. ohnehin nicht mehr, aber das machte die Angelegenheit für ihn nicht weniger traurig: Der Achtklässler machte beim US-Kinderspezial der beliebten TV-Sendung "Jeopardy" einen kleinen Fehler, über den nun im Netz hitzig diskutiert wird.

Es stand die letzte Frage des Tages an, als Lösung gesucht wurde die "Emancipation Proclamation", mit der Abraham Lincoln zum 1. Januar 1863 die Sklaverei abschaffte. Thomas Hurley III. wusste die richtige Lösung, doch er buchstabierte sie falsch: "What is the Emanciptation Proclamation?" stand auf seinem Bildschirm. Wie bei "Jeopardy" vorgeschrieben, hatte er die Antwort als Frage formuliert. Doch das falsche "t" in der Mitte des Wortes "Emanciptation" machte alles zunichte.

Ein schlimmer Rechtschreibfehler sei das, sagte Moderator Alex Trebek. "Das ist bedauernswert. Die Jury entscheidet zu deinen Ungunsten." Die Antwort wurde als falsch gewertet, der Zwölfjährige ließ den Kopf hängen, er verlor seinen Einsatz von 3000 Dollar.

"Ich war ziemlich traurig, dass ich um die letzte Frage betrogen wurde", sagte der Achtklässler der Zeitung "News-Times of Danbury". Es sei hart mitanzusehen gewesen, sagte seine Mutter.

"Was mich am meisten stört, ist die Art und Weise, wie Alex Trebek und die Produzenten mit meinem Sohn umgegangen sind. Sie waren arrogant", sagte der Vater von Alex zu CNN. "Es ist ein Kinderwettbewerb. Jeder wusste, was er gemeint hat."

Boykott-Aufruf auf Facebook

Die Show war bereits im Februar aufgezeichnet worden, in der vergangenen Woche wurde sie ausgestrahlt. Seither wird die Entscheidung im Netz heftig diskutiert. Vor allem Moderator Trebek bekommt die Kritik auf der Facebook-Seite der Sendung zu spüren. Manche User rufen gar zu einem Boykott der Show auf, andere verteidigen "Jeopardy".

Die Macher der Sendung sahen sich zu einer Stellungnahme veranlasst: Wenn man eine inkorrekte Antwort anerkenne (wie klein der Fehler auch sei), würde man die anderen Kandidaten bestrafen, heißt es. "Wir lieben es, junge Kandidaten in unserer Sendung zu haben und bemühen uns, sie fair und einheitlich zu behandeln."

Durch die Diskussion um Thomas Hurley III., der letztlich mit einer Spielsumme von 6600 Dollar auf Platz zwei landete, geriet eine andere bemerkenswerte Geschichte fast in den Hintergrund. Der Sieger jener Sendung stellte mit 66.600 Dollar einen neuen Rekord für das Kinderspezial der Sendung auf: Wie Thomas Hurley III. wusste Skyler Hornback, der schon vor der letzten Frage weit vorne lag, die richtige Antwort. Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten schrieb er sie auch korrekt.

Das Video zur umstrittenen Entscheidung auf YouTube ansehen.

hut



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