Debatte über Gottesdienste trotz Corona Mit Zange oder Löffel zur Kommunion?

Noch prüft die Regierung in der Coronakrise die Wiederzulassung von Gottesdiensten. Der Leiter des Katholischen Büros macht in einem Interview Vorschläge, wie eine Ansteckung vermieden werden kann.
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Sven Hoppe/ dpa

Nach der Öffnung von Autohäusern und Geschäften dürfen auch die Kirchen darauf hoffen, trotz Coronakrise bald wieder Gottesdienste zu feiern. Ihnen kommt dabei eine besondere Verantwortung zu, schließlich zählt ein großer Teil der Kirchgänger qua Alter zur Risikogruppe.

Der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Karl Jüsten, rechnet mit einer Wiederzulassung im Mai - und bereitet die Gläubigen in einem Interview mit der "Saarbrücker Zeitung" bereits auf Veränderungen vor. Die Gottesdienste würden anders aussehen als bisher. So müssten die Besucher in weitem Abstand voneinander sitzen und möglicherweise einen Mundschutz tragen.

Weihwasserbecken längst geleert

Es müsse zudem sichergestellt werden, dass durch den Gesang niemand infiziert werde. Zu den Überlegungen für die Austeilung der Kommunion gehöre, dass der Pfarrer Maske und Handschuhe trage. "Er könnte auch eine besondere Zange oder Löffel benutzen, oder die Hostie könnte in einer Schale auf dem Altar liegen, wo sie sich der Gläubige selbst nimmt", sagte Jüsten der Zeitung.

Am Freitag hatten der Bund und die Kirchen vereinbart, in den kommenden Tagen ein Konzept für die schrittweise Lockerung der Beschränkungen zu erarbeiten. Vertreter der christlichen Kirchen sowie der Juden und der Muslime berieten dazu mit den Innenstaatssekretären Markus Kerber und Günter Krings (CDU) und mehreren Staatskanzleichefs der Länder.

Die Weihwasserbecken am Eingang der Kirchen seien schon seit Beginn der Coronakrise geleert worden, sagte Jüsten der "Saarbrücker Zeitung". Vorrangig hoffe die katholische Kirche, wieder Sonntagsgottesdienste durchführen zu können. Taufen und Trauungen würden weiterhin nur im Ausnahmefall möglich sein und auf Priesterweihen und Firmungen werde man vorerst ganz verzichten.

An dem Beschluss, nach dem zwar in großem Umfang Schulen und Geschäfte wieder öffnen können, Gottesdienste jedoch untersagt bleiben, hatte es heftige Kritik gegeben.

apr
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