Knappe Kassen US-Zoos drohten mit Tötung ihrer Tiere

Kein Geld, keine Löhne, kein Futter: Nach der massiven Kürzung staatlicher Finanzhilfen haben zwei Zoos im US-Bundesstaat Massachusetts mit dem Einschläfern von Tieren gedroht. Jetzt sollen wieder staatliche Gelder fließen.


Boston - Der "Stone Zoo" in Stoneham und der "Franklin Park Zoo" in Boston hatten in der vergangenen Woche für Aufregung gesorgt. Wenn finanzielle Hilfen ausblieben, seien sie langfristig gezwungen, die meisten der 165 Tierpark-Angestellten zu entlassen und möglicherweise gar einige der rund tausend Tiere einzuschläfern, sagte ein Sprecher vor Reportern.

Am Wochenende dann folgte das Dementi: Der Betreiber der beiden Parks, das Unternehmen Zoo New England, teilte mit, es gebe keine Pläne, Tiere infolge der staatlichen Sparmaßnahmen zu töten.

Gouverneur Deval Patrick warf dem Unternehmen vor, eine Einschüchterungstaktik zu verfolgen: "Niemand hat je darüber gesprochen, die Zoos zu schließen oder Tiere einzuschläfern, und ich glaube, es war wenig hilfreich, etwas anderes zu verbreiten", so Patrick verärgert. "Offen gesagt bin ich der Meinung, dass der Zoo dafür die Verantwortung übernehmen muss", sagte er laut "Boston Globe".

Am Montag reagierten Parlamentsabgeordnete und versprachen den Zoobetreibern Hilfe bei dem Versuch, die gestrichenen vier Millionen Dollar an Fördermitteln wiederzubekommen. Der Staat Massachusetts steuert ungefähr zwei Drittel zum Unterhalt der beiden Zoos bei. Zoochef John Linehan sagte am Montagabend, er sei dankbar für die Welle von Unterstützung und optimistisch, dass sich nun alles zum Guten füge.

ala/AP



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