Landgericht Köln Rewe-Erpresser zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

Ein 38-Jähriger wollte von Rewe Millionen Euro erpressen und drohte damit, Lebensmittel zu vergiften. Zur Lösegeldübergabe brachte der Mann seine Mutter mit - und die Polizei wartete bereits.


Wegen versuchter räuberischer Erpressung des Handelskonzerns Rewe hat das Kölner Landgericht einen 38-Jährigen zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Nach Angaben eines Gerichtssprechers legte der Angeklagte zuvor in der Verhandlung ein Geständnis ab. Er hatte laut Staatsanwaltschaft im Juni und Juli dieses Jahres Rewe wiederholt damit gedroht, Lebensmittel zu verseuchen und die Öffentlichkeit darüber zu unterrichten.

"Es war eine Schnapsidee", sagte der Angeklagte, der mit Sonnenbrille, Baseballkappe und der eigenen Mutter im Schlepptau zur Lösegeldübergabe erschienen war. Als Motiv nannte er finanzielle Schwierigkeiten. Doch statt mit des erhofften Millionenbetrags wartete bei der Geldübergabe die Polizei. "Das ist kein Kavaliersdelikt", sagte die Vorsitzende Richterin Nicole Schippers zu den Drohungen, bei denen der Mann zunächst 200.000 Euro per E-Mail forderte. Der Kölner Konzern informierte die Polizei.

Die Polizisten gaukelten dem Mann vor, über eine Geldübergabe verhandeln zu wollen. Der Angeklagte erhöhte dabei seine Forderung auf 15 Millionen Euro und warnte davor, seine Drohung als "leeres Versprechen" abzutun. Als es auf einem Rasthof bei Porta Westfalica zur vermeintlichen Lösegeldübergabe kommen sollte, nahmen die Beamten den vor der Tat arbeitslosen Schweißer fest.

Bei seiner Festnahme an einer Raststätte hatte der Mann sogar seine Mutter dabei. Warum er denn mit ihr zur Übergabe gefahren sei, wollte der Staatsanwalt wissen. "Ich hätte das Auto sonst nicht bekommen", antworte der Mann.

Das Gericht ging am Ende nicht davon aus, dass der Angeklagte tatsächlich vorhatte, Lebensmittel zu vergiften. Wohl aber, dass er bereit gewesen sein könnte, die Drohung öffentlich zu machen - mit Folgen für den Konzern und die verunsicherte Bevölkerung.

apr/dpa



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