Rettungsaktion in Bayern Touristin stürzt Hunderte Meter in Graben - und lotst Helfer

Spektakulärer Einsatz für die Bayerische Bergwacht: Eine Frau aus China ist am Königssee abgestürzt und lebensgefährlich verletzt worden. Die rettenden Hubschrauber konnte sie trotzdem dirigieren.

Einsatzgebiet am Königssee-Westufer
Markus Leitner/BRK BGL/dpa

Einsatzgebiet am Königssee-Westufer


Einen äußert ereignisreichen Samstagsabend haben die Helfer der Bergwacht Berchtesgaden hinter sich. Eine Touristin war am Königssee im Bereich der Echowand mehrere Hundert Meter in einen Graben gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden. Die Bergwacht konnte die Chinesin nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes vom Sonntag mithilfe zweier Hubschrauber retten.

Die Frau hatte am Samstagabend kurz nach 18 Uhr selbst einen Notruf abgesetzt, konnte aber nicht genau sagen, wo sie losgegangen war, wo sie hinwollte und wo sie sich befand.

Während der aufwendigen Suche entdeckte eine Gruppe der Bergwacht gegen 19.40 Uhr eine Fußspur im Schnee, die im weglosen Hang an einer steilen Rinne endete. Das Team um einen Notarzt seilte sich zu der Frau ab, die auf rund tausend Höhenmetern lag.

Nach Angaben des Roten Kreuzes ist der Graben mit bis zu 40 Meter hohen Wandstufen durchsetzt. Die genauen Umstände des Vorfalls sind noch ungeklärt.

Die Chinesin hielt derweil per Telefon Kontakt zu den Rettungskräften, sodass die Besatzung des Hubschraubers "Edelweiß 6" sie auch aus der Luft orten konnte. Aufziehender Nebel erschwerte die Bergungsmaßnahmen, bevor die Frau erst per Winde im Luftrettungssack von der Unglückstelle transportiert und dann ins Salzburger Unfallkrankenhaus gebracht wurde. Insgesamt waren knapp dreißig Rettungskräfte bis Mitternacht im Einsatz.

jok/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.