Körperbemalung Viel Phantasie auf nackter Haut

Exotisch, kreativ, bunt, so sehen die lebenden Kunstwerke beim Bodypainting aus. Mit Pinsel, Schwamm und reichlich Farbe bemalen Künstler ihre meist weiblichen Leinwände. Ihr größter Feind: das Wetter. Ein kräftiger Regenschauer könnte die Arbeit von Stunden zunichte machen.


Die größte Sorge der Teilnehmer ist das Wetter. Sorgenvoll blicken Models und Maler in Richtung Himmel, wo sich dicke Wolken zusammenbrauen. Außer einem kleinen Slip und einer dünnen Schicht Farbe tragen die Models nichts am Leib. Und die Farbe kann, obwohl fett- und schweißbeständig, leicht mit Wasser abgewaschen werden.

Die bunt bemalten Frauen und Männer sind Teilnehmer des "German Bodypainting Festival", das an diesem Wochenende im Rotweinstädtchen Ingelheim am Rhein stattfindet. Seit vier Jahren organisieren die Brüder Tronser den Körperbemalungswettbewerb im Rahmen des Ingelheimer Hafenfestes. Fanden sich bei der ersten Veranstaltung seinerzeit gerade mal 13 Körper-Künstler am Rhein ein, treten in diesem Jahr bereits 55 Teams, jeweils bestehend aus einem Bodypainter und einem Model, gegeneinander an.

Während die Maler selbst ein bunt gemischtes Völkchen sind, sind die Models fast ausschließlich weiblich. Offenbar kommen bunt bemalte Frauenkörper bei Publikum und Jury besser an als eingefärbte Männer. Nur ein einziger Mann traut sich in diesem Jahr als lebende Leinwand auf die Bühne, der 32-Jährige Alexander aus Nordrhein-Westfalen. Chancen auf einen Platz auf dem Siegertreppchen darf der sich freilich kaum ausrechnen.

Während den Künstlern am Samstag das Thema "Exotische Schönheiten" und die Arbeitsmaterialien Pinsel und Schwamm vorgegeben wurden, können sich die Körpermaler am Sonntag voll ausleben. Zum Thema "Zukunft" sollen sie tief in die Spezialeffekte-Kiste greifen. Erlaubt ist was gut aussieht und die Fantasie der Zuschauer anregt.

Den Models hingegen dürfte der zweite Wettkampftag vor allem Durchhaltevermögen abverlangen. Für den Sonntag sind in Ingelheim wenig sommerliche Temperaturen um 15 Grad Celsius und starker Regen vorhergesagt. Nicht gerade ideales Wetter, um nur mit einer dünnen Schicht Farbe bekleidet den Tag zu überstehen. Doch genau das müssen die 54 Damen und der eine Herr. Denn obwohl die Bodypainter bereits um 11 Uhr damit begonnen haben, ihre lebenden Leinwänden zu bemalen, sollen die Kunstwerke erst am Abend auf der Festivalbühne präsentiert werden. Hoffentlich hat jemand daran gedacht, die Zelte der Maler mit Heizgeräten zu versorgen.

mak



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