Kolumbien Gericht lässt Homo-Ehe zu

Rechtssicherheit für homosexuelle Paare: In Kolumbien hat ein Gericht nach jahrelangem Streit die Homo-Ehe zugelassen. Es ist das vierte südamerikanische Land, in dem gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt sind.


Das Oberste Verfassungsgericht in Kolumbien hat die sofortige Zulassung von Homo-Ehen in dem Land angeordnet. Nach einem jahrelangen Streit entschieden die Richter mit sechs zu drei Stimmen, dass gleichgeschlechtliche Paare den Bund der Ehe eingehen dürfen.

Die Richter und Notare des Landes werden damit angewiesen, dass sie Eheschließungen zwischen zwei Männern oder Frauen nicht ablehnen dürfen. Schon 2011 hatte das Gericht den Kongress aufgefordert, eine entsprechende Gesetzgebung auf den Weg zu bringen. Dies passierte bis zur gesetzten Frist Mitte 2013 nicht, woraufhin viele Paare eine Homo-Ehe schlossen, einige wurden von Gerichten jedoch wieder annulliert.

Es war unklar, ob der wegen der fehlenden gesetzlichen Regelung vom Gericht verfügte Automatismus nur eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft oder eine vollständige Homo-Ehe betraf. Mit dem Votum wird nun für homosexuelle Paare Rechtssicherheit geschaffen. Falls nur eingetragene Partnerschaften geschlossen wurden, können diese nun noch einmal vor Richtern und Notaren zur Ehe "aufgewertet" werden.

In Südamerika gibt es neben Kolumbien bisher in Brasilien, Argentinien und Uruguay das Recht auf eine gleichgeschlechtliche Eheschließung.

kry/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.