Schwere Gewitter mit Hagelsturm Mehrere Tote durch Unwetter auf Korsika

Bäume stürzten auf Bungalows, ein abgedecktes Dach erfasste ein Auto: Bei heftigen Unwettern auf der Mittelmeerinsel Korsika sind mindestens fünf Menschen gestorben. Die Feuerwehren rückten zu Dutzenden Einsätzen aus.
Blick auf Ajaccio an der Westküste Korsikas (Symbolbild): Warnstufe Orange

Blick auf Ajaccio an der Westküste Korsikas (Symbolbild): Warnstufe Orange

Foto: PASCAL POCHARD-CASABIANCA / AFP

Bei schweren Gewittern mit Sturm, Hagel und Starkregen sind auf der französischen Ferieninsel Korsika mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere wurden verletzt.

Bei den Todesopfern handle es sich unter anderem um eine 13-jährige Jugendliche, eine 72 Jahre alte Frau und einen 46-jährigen Mann, wie die Präfektur des Départements Corse-du-Sud mitteilte. Auch ein Fischer und eine Kayak-Fahrerin kamen ums Leben.

Die Jugendliche starb den Angaben zufolge, als ein Baum auf ihren Bungalow auf dem Campingplatz Le Sagone im Westen der Insel stürzte. Die Seniorin kam an der Küste der westlichen Gemeinde Coggia ums Leben, als das fortgewehte Dach einer Hütte auf ihr Fahrzeug stürzte.

Bei dem getöteten Mann handelte es sich um einen französischen Touristen, auf dessen Bungalow in Calvi ein Baum stürzte. Im selben Pinienwald stürzte ein Baum auf eine 23-jährige Italienerin und verletzte sie lebensgefährlich. Zuvor hatte die Präfektur bereits von zwölf Verletzten gesprochen.

Zehntausende Haushalte ohne Strom

Für Korsika galt laut französischem Wetterdienst Météo-France für Donnerstag die zweithöchste Warnstufe Orange. Demnach herrschten schwere Gewitter an der Westküste mit sehr starken Böen. In Marignana unweit des Campingplatzes Le Sagone wurde demnach eine außergewöhnliche Windböe mit einer Geschwindigkeit von 224 Kilometern pro Stunde registriert.

Feuerwehren und Rettungskräfte mussten am Donnerstagmorgen zu Dutzenden Einsätzen ausrücken. Unter anderem hatten herabgestürzte Äste Straßen blockiert. Auch Ausflügler, die auf dem Meer unterwegs waren, mussten gerettet werden.

Der Küstenschutz teilte mit, derzeit liefen »zwischen 60 und 70 Einsätze« auf dem Meer und an den Küsten. In vielen Fällen kämen die Einsatzkräfte Menschen zu Hilfe, deren Boote gekentert oder in Seenot geraten seien. Es gebe mehrere Verletzte. Wegen der schwierigen Wetterverhältnisse konnte der Küstenschutz keine Hubschrauber für die Rettungsaktionen einsetzen.

Der Energieversorger EDF Corse teilte mit, durch die Unwetter sei bei 45.000 Kunden auf ganz Korsika die Stromversorgung unterbrochen.

apr/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.